12.08.22 Mechanik vor Elektronik – Warum Einbruch gerade Konjunktur hat

Die guten Nachrichten zuerst: Solange halb Deutschland Corona bedingt zuhause war, gingen auch die gemeldeten Fälle von Einbrüchen zurück. Waren es 2019 noch 87.145 gemeldete Fälle, verringerte sich diese Zahl auf 54.236 Fälle im Jahr 2021. Berlin, Baden-Württemberg und Bayern gehörten dabei zu den Top 3 der Bundesländer, mit dem größten Rückgang bei Einbrüchen. Spitzenreiter dieser erfreulichen Entwicklung war 2021 Mecklenburg-Vorpommern mit - 44,5% weniger Einbrüchen als 2020.

So weit so gut, aber die Schadensfälle von 2022 sprechen bisher eine andere Sprache. Mitarbeitende aus der Schadensabteilung wissen: Alles hat seine Zeit – vor allem Diebstähle und Einbrüche. Einmal sind es Räder, dann wieder bestimmte Automarken oder eben das Inventar aus Wohnungen, Häusern oder den Kellerräumen. Katalysator für Schadensmeldungen im Zusammenhang mit Einbrüchen war aktuell das Ende der Coronamaßnahmen.

Alles fing genau einen Tag nach Verkündigung der Regierung an, dass die Homeoffice-Regelung jetzt beendet sei. Waren Mitarbeitende knapp zwei Jahre jeden Tag zu Hause, galt es den home-based Arbeitsplatz gegen den Schreibtisch und die lieben Kollegen zu tauschen. Einbrecher hatten jetzt die Qual der Wahl.

Ein Einbruch-Diebstahl ist immer eine Überwindung von Hindernissen wie zum Beispiel Türen und Fenstern. Die Formel dabei ist denkbar einfach: Je weniger Zeitverlust und Krach der Einbruch verursacht, desto attraktiver ist das Ziel für den oder die Täter. Bei Besitz wie bei der Gesundheit gilt: Sicherheit geht vor. Laut GDV haben Mieter und Hausbesitzer aber noch Nachholbedarf. So sind zum Beispiel schlecht gesicherte Türen und offenstehende oder gekippte Fenster immer noch weit verbreitet. Laut einer Forsa-Umfrage haben nur 23 Prozent der Haushalte abschließbare Fenstergriffe, 18 Prozent eine zusätzliche Türsicherung zum normalen Schloss und nur fünf Prozent eine Alarmanlage.

Checkliste: Möglichkeiten für mehr Schutz vor Einbrechern

  1. Achten Sie auf Markierungen an der Tür: Um zu erkennen, ob Hausbewohner im Urlaub sind, wird von Tätern oft ein Stück Papier im Türspalt befestigt. Wenn das Papierstück nach einiger Zeit noch im Türspalt klemmt, wurde diese nicht geöffnet. Das heißt für den Einbrecher nur eins: Niemand da, nichts wie rein! Auch kleine Kreidemarkierungen an der Tür sind ein Indiz dafür, dass die Tür unter Beobachtung steht. Was ist zu tun? Machen Sie mobil! Zugegeben, die eigene Tür kann man im Urlaub schwer im Auge behalten. Allerdings können Freunde, die mal nachschauen oder der Nachbar von nebenan mit einem wachsamen Auge, eine echte Hilfe sein.
  2. Social-Media-Detox: Ja, Urlaubsbilder auf Instagram und Co. gehören fast schon zum guten Ton. Eine kleine Online-Recherche anhand beliebter Hashtags genügt den Einbrechern schon, um herauszufinden, dass Sie sich gerade im Urlaub oder auf einem Geschäftstermin außer Landes befinden. Private Konten helfen, denn vor allem online gilt: weniger ist sicherer.
  3. Sicherheitssysteme nutzen: Alarmanlagen sowie Querschlösser an den Türen signalisieren, dass Sie auf Einbruchsversuche gut vorbereitet sind. Das entgeht auch den Tätern nicht. Der Einbruchsversuch wird in 30 % der Fälle abgebrochen, wenn Täter es mit erschwerten Bedingungen zu tun haben. Dabei gilt: Mechanik vor Elektronik. Gerade elektronische Geräte lassen sich mit einfachen Schritten unschädlich machen, viel effektiver ist die Verstärkungen von Schlössern oder Pilzzapfenverrieglungen an Fenstern. Nach Angaben des GDV zeigen Statistiken, dass bei rund einem Drittel der Einbruchsversuche der Dieb den Versuch aufgibt, wenn er nicht binnen drei bis fünf Minuten eindringen kann.
  4. Die Umgebung sichern: Auch die unmittelbare Umgebung des Hauses oder der Wohnung kann die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs steigern – oder sinken lassen. Hoch gewachsene Hecken oder viele Bäume um das Gebäude bieten zwar einen perfekten Sichtschutz beim Feierabend – aber auch bei Einbruchsversuchen. Die Sicht auf Fenster und Türen sollten Sie also, wenn möglich, freihalten. Auch durch größere Gegenstände an der Hauswand (z.B. Mülltonnen) bieten sich praktische Aufstiegsmöglichkeiten – womöglich zu einem gekippten Fenster oder einem Balkon im ersten Stock. Übrigens: An der Wand befestigte Leitern bzw. Werkzeug aus unverschlossenen Gartenhäusern erfreuen sich bei Einbrechern großer Beliebtheit.
  5. Im Fall der Fälle – der Tresor: Natürlich kann nicht jeder Einbruch verhindert werden. Manchmal liegt das Glück auch auf Seiten der Ganoven und der Wohnungseinbruch gelingt unbemerkt. In diesem Fall geht es um Schadensbegrenzung. Materiell oder emotional wertvolle Gegenstände sollten in einem, am besten gut versteckten oder fest eingebauten, Tresor deponiert werden. Der Mindest-Widerstandsgrad von 0 nach Euronorm 1143-1 (bzw. Sicherheitsstufe B nach VDMA oder Klasse 0 nach VdS) kann bereits eine Lösung für die Sicherung Ihrer Wertsachen sein.

Leider halten sich in der Bevölkerung hartnäckig eine Vielzahl von Fehleinschätzungen,

die dazu führen können, dass Einbrecher ein leichtes Spiel haben. Wir ordnen die bekanntesten Einbruchsmythen für Sie ein:

  1. Einbrecher sind nur nachts aktiv! Falsch, es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass Einbrecher nur nachts aktiv sind. Ein Blick auf die Tageszeit lohnt sich: 2019 lag die Zahl der Tages-Wohnungseinbrüche bei 33.101 – 2021 „nur“ noch bei 20.029. Vor allem gekippte Fenster lassen sich tagsüber schnell öffnen. Rollläden bieten nur bedingt Schutz und sind leicht hochzuschieben.
  2. Urlaubszeit ist Einbruchzeit! Falsch, laut einer Umfrage des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. von über 1.300 Einbruchsopfern ereignen sich die meisten Einbrüche in den Monaten September bis Januar – im Durchschnitt waren das deutlich mehr Einbrüche pro Monat als von Februar bis August.
  3. Nur lukrative Objekte sind attraktiv! Falsch. Verbraucher glauben fälschlicherweise, dass sich Einbrecher vor allem lukrative Objekte zum Einbruch aussuchen. Doch sie unterschätzen häufig die Werte, die sie tatsächlich im Haus haben.
  4. Abschließen reicht. Nicht ganz. Findige Einbrecher verschaffen sich schnell mit ein paar kleinen Hilfsmitteln Zutritt. Ein quersteckender Schlüssel im Schloss ist eine gute Möglichkeit, das unerwünschte Öffnen zu erschweren. 
  5. Ab der zweiten Etage passiert nichts! Falsch. Dieses Risiko gehen Einbrecher gerne ein, vor allem weil sich das Klischee von Einbrüchen im Erdgeschoss großer Beliebtheit erfreut. Getarnt als Handwerker oder Postbote werden sie schnell reingelassen. Wann sie wieder gehen oder was sie vorher getan haben, kontrolliert kaum jemand.

Weitere Tipps zum Einbruchschutz gibt es unter https://www.vds-home.de/ sowie bei den Webportalen https://www.k-einbruch.de/ oder www.nicht-bei-mir.de.

Alles zur passenden Versicherung für den Fall der Fälle bei Einbruch, haben wir hier für Sie: https://www.hoesch-partner.de/hausratversicherung/ . Hilft übrigens auch im Falle von Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Elementarschäden und zusätzlichen Absicherungsmöglichkeiten weiter 😊

Sie wissen nicht, ob Sie eine Hausrat- oder Gebäudeversicherung brauchen bzw. welche Versicherung für Ihr Eigentum den geeigneten Versicherungsschutz bietet? Wir beraten Sie gerne unter: https://www.hoesch-partner.de/kontakt/

Ihr Michael Stürmer

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