31.03.2017

Rat vom Experten: Online versichern – ja, aaaaber! (Teil 1)

Eine Versicherung online auf eigene Faust abzuschließen ist meist einfach und zeitsparend. Vergleichsrechner sorgen hier für Transparenz, während weitgehend automatisierte Prozesse den Kunden über den Status seiner Anfrage informieren. Der Online Abschluss einer Versicherung ist allerdings nicht in jedem Fall empfehlenswert. Gerade bei existenzsichernden Produkten, wie beispielsweise einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), sollte der Fachmann hinzugezogen werden. Denn gerade bei sehr komplexen Versicherungen hat der Laie nur geringe Chancen, alle Leistungsmerkmale und/oder Ausschlüsse zu überblicken. Als Partner an Ihrer Seite bietet auch Hoesch & Partner diesen Service passgenau an.

„Sichere Stolpersteine“

Bei einem Motorschaden ist es selbstverständlich, dass Sie Ihr „Baby“ in die erfahrenen Hände eines KFZ-Sachverständigen geben. Wenn es hingegen um die Absicherung Ihrer Lebensgrundlage oder Wertgegenstände geht, handeln viele Menschen oft fahrlässig. Ein Beispiel: Wissen Sie auf Anhieb, was die Forderungsausfalldeckung bei einer Privathaftpflichtversicherung ist und warum diese so wichtig ist? Oder welche Vor- und Nachteile die Regulierung nach der Folgeereignistheorie bei einer Rechtsschutzversicherung hat?

Genau hier ist der kritische Blick eines unabhängigen Fachmanns gefragt – nehmen wir an, Sie verlieren (auch nur teilweise) Ihre Arbeitskraft und der BU-Versicherer zahlt nicht, weil Sie z.B. Ihre vorvertraglichen Anzeigepflichten verletzt haben, dann steht schnell die gesamte Existenz auf dem Spiel und der Versicherungsschutz erlischt oder im schlimmsten Fall: Das sorgsam Ersparte schmilzt dahin!

Somit ist es wichtig, dass Sie für den Ernstfall nicht nur bestens über Ihre Rechte und Pflichten informiert sind, sondern auch einen kompetenten Ansprechpartner haben, der Ihnen die für Ihren individuellen Fall beste Lösung aufzeigt und bestmöglich unterstützt.

Die vorvertragliche Anzeigepflicht

Bei Versicherungen, die in die Kategorie Biometrie-Produkt fallen, z.B. Berufsunfähigkeitsversicherung oder Private Krankenversicherung, gilt es einiges zu beachten. Andernfalls riskieren Versicherungsnehmer trotz fleißig bezahlter Beiträge eine Absage im Leistungsfall. Der Paragraph 19 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) regelt unter anderem vorvertragliche Anzeigepflichten. Darin steht, dass der Versicherte „(…) bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzuzeigen hat“.

Das bedeutet konkret: Sie müssen alle (Antrags-) Fragen wahrheitsgemäß beantworten, denn: „Verletzt der Versicherte seine Anzeigepflicht nach Absatz 1, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten.“ Die hier beschriebene außerordentliche Kündigung ist die Folge. Um die Leistungswahrscheinlichkeit zu erhöhen, sollte der Versicherungsnehmer eine sogenannte Anamnese einbringen. Diese Erhebung medizinisch relevanter Daten über sich selbst (Krankengschichte), rückwirkend über die letzten 5 bzw. 10 Jahre, zementiert den Versicherungsschutz.

Fazit

Gut gestaltete und transparente Online-Prozesse sind zeitsparend und können Ihnen schnell einen guten Überblick verschaffen. Der Online-Abschluss eines Versicherungsproduktes kann somit äußerst bequem sein. Geht es aber um existenzsichernde Biometrie-Produkte ist und bleibt fachmännisches Know-how und Beratungsservice bei der Beantragung unverzichtbar, um unliebsame Überraschungen auszuschließen.

Ausblick auf Teil 2: Risikovoranfrage – Erst anfragen, dann beantragen!

Wussten Sie, dass ca. 10% aller Leistungsanträge in der Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt werden, weil der Versicherte seine vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt hat? Wussten Sie, dass die Annahmepolitik der Versicherer teils eklatant voneinander abweicht? In meinem Berufsalltag kommt es nämlich regelmäßig vor, dass Versicherer A ablehnt, Versicherer B würde mit einem Risikozuschlag annehmen und erst Versicherer F würde zu normalen Konditionen annehmen. Das Gleiche gilt übrigens auch für Hobbys. Der eine Versicherer möchte für das Hobby Karate 150% Risikozuschlag haben, der andere stellt eine Normalannahme in Aussicht.

Worauf Sie bei der Verwendung von Berufsbezeichnungen, gerade als Akademiker, achten müssen und wieso eine Risikovoranfrage der erste Schritt sein sollte, erfahren Sie in Teil 2 meiner Kolumne: Rat vom Experten.

 

2 Gedanken zu „Rat vom Experten: Online versichern – ja, aaaaber! (Teil 1)“

  1. Anonymous sagt:

    Wann erscheint der 2. Teil?

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