08.12.2015

Kategorie(n): Kunstversicherung

Kunst ist Kunst und das Internet ist das Internet. Diese Aussage hätte man zumindest vor wenigen Jahren noch ohne Probleme fällen können. Mittlerweile haben sich beide Parteien, sowohl die Kunst als auch das Internet, extrem weiterentwickelt und verändert. Die Kunst ist im Wandel. Bilder und Künstler kommen und gehen, Ideen sind im Fluss. Aber auch das Internet erlebt keinen Stillstand, sondern wird stetig weiterentwickelt. Was im letzten Jahrzehnt nur eine reine Informationsplattform war, emanzipiert sich heute immer mehr als Mitmach-Web oder auch schlicht als Web 2.0. Soziale Netzwerke, kurz „Social Media“ genannt, verändern und beeinflussen unsere Nutzung des Internets. Wir vernetzen uns, wir liken, sharen und kommentieren. Und natürlich teilen wir unser Leben zu einem gewissen Teil auch mit dem World Wide Web. Wer heutzutage ein Museum besucht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Social-Media-Freunde erkennen. Sie schießen Fotos von sich mit den Gemälden, machen Selfies oder tippen in rasender Geschwindigkeit auf der virtuellen Tastatur herum, um noch schnell einen Tweet abzusetzen. Für den eher verhaltenen Internetnutzer unverständlich, so herrscht dieses Bild in der heutigen Gesellschaft allerdings immer mehr vor.

Doch welche Konsequenzen sind für die Kunst zu beobachten? Gerade auf der Ebene der Kommunikation haben die sozialen Medien und natürlich die mobilen Endgeräte eine tiefreichende Bedeutung für die Kunst und für Museen. Macht ein Besucher, an dieser Stelle unabhängig betrachtet davon, ob das jeweilige Museum es erlaubt oder nicht, ein Bild von einem Kunstwerk und stellt dieses auf verschiedene soziale Plattformen, wird mit einem Schlag die kommunikative Reichweite des Bildes erhöht. Die Freunde, Bekannten und Follower des Fotografens sehen das Bild auf ihrer Timeline und bekommen somit einen Zugang zu dem Kunstwerk, der vorher nicht vorhanden war. Somit wird auch die Kunst „social“.

Museen müssen, ähnlich wie Restaurantbesitzer, deren Essen fotografiert und geteilt wird, jetzt entscheiden, inwiefern sie mit dieser Situation umgehen. Verbieten sie das Fotografieren der Kunstwerke und verzichten somit auch auf einen Großteil kostenloser Werbung und Reichweite? Oder gehen sie sogar einen Schritt auf die Social-Media-Affinen hinzu und verbessern sie beispielsweise die Lichtqualität, damit die Kunstwerke erst recht gut zur Geltung kommen? Diese Fragen zeigen ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite möchten Museen natürlich ihre Tradition bewahren, auf der anderen Seite bietet ihnen das Internet und das Social Media allerdings unendliche Möglichkeiten in Bezug auf Darstellung und Verbreitung im Web. Online-Kunstausstellungen und Informationen verbreiten sich immer mehr und bieten eine Verbindung zwischen eigener Webpräsenz der Museen, Social Media und dem realen Kunstwerk. Es bleibt also spannend zu beobachten, welche Neuerungen die Verbindungen aus Kunst, Social Media und Museen in der Zukunft noch bringen. Ein interessantes und beachtenswertes Thema ist es auf jeden Fall.

 

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