22.12.2015

Kategorie(n): Beratende Berufe

Auch das Jahr 2016 bringt wieder eine Reihe von Gesetzesänderungen mit sich, über die Sie sich frühzeitig informieren sollten. Die Gesetzesänderungen umfassen insbesondere Unternehmen, Steuerzahler sowie Sparer und Immobilienbesitzer. Aber auch für Familien und Verbraucher sind einige Veränderungen beachtenswert.

BÜROKRATIEENTLASTGUNGSGESETZ AB 2016

Die Beeinträchtigung kleinerer Unternehmen durch die Bürokratie ist allseits bekannt. Sowohl die rechtlichen Vorgaben als auch die daraus entstehenden Kosten sind für kleine Unternehmen eine hohe Belastung. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Dynamik wird erheblich eingeschränkt.

Daher hat die Bundesregierung mit dem Bürokratieentlastungsgesetz eine Verbesserung der Situation für kleine Unternehmen eingeführt. Ab 2016 steigen die Grenzwerte für die Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten im Handelsgesetzbuch und in der Abgabeordnung. Ab 2016 sind Unternehmer, deren Gewinn jährlich nicht mehr als 60.000 Euro (vorher 50.000 Euro) beträgt und deren Umsatz nicht bei maximal 600.000 Euro (vorher 500.000 Euro) liegt, von der Buchführung befreit. Ziel dieser Gesetzesänderung ist eine Ersparnis von über 750 Millionen Euro für die deutsche Wirtschaft. Auch die Erleichterung für die kleinen Unternehmen ist nicht zu unterschätzen. Diese haben somit vor allem zum Jahresende einen geringeren bürokratischen Aufwand.

Gleichzeitig wird mit dem Bürokratieentlastungsgesetz auch die Pauschalisierungsgrenze für kurzfristig Beschäftigte auf 68 Euro anstatt bisher 62 Euro erhöht. Der Grund hierfür kann in der Einführung des Mindestlohns gesehen werden. Die 68 Euro entsprechen einem Stundensatz von 8,50 Euro für acht Stunden Arbeit am Tag. Die Möglichkeit dieser Pauschalisierung wird beispielsweise bei Arbeitskräften auf Messen oder ähnlichen Veranstaltungen eingesetzt.

MELDEPFLICHTEN FÜR EXISTENZGRÜNDER

Auch für Existenzgründer verändert sich 2016 einiges. So sind auch sie vom Bürokratieentlastungsgesetz betroffen und profitieren von den Neuerungen. Im Jahr der Betriebseröffnung müssen sie zukünftig keine Angaben zur Umweltstatistik und zu verschiedenen Wirtschaftsstatistiken machen. Überschreiten sie in den nachfolgenden zwei Jahren den Jahresumsatz von 800.000 Euro nicht, müssen sie der Meldepflicht ebenfalls nicht nachkommen.

Aber auch die Gründung an sich wird vereinfacht werden. Mussten Existenzgründer bis jetzt noch verschiedene Anlaufstellen kontaktieren, sollen sie baldmöglichst eine zentrale Stelle aufsuchen können, um ein Unternehmen gründen zu können. Einzelne Schritte sollen digital abgefangen werden. Somit wird der Prozess an sich nicht nur vereinfacht, sondern auch digitalisiert und beschleunigt.

VERÄNDERUNGEN FÜR DEN STEUERZAHLER UND FAMILIEN

Auch auf den Steuerzahler kommen einige Veränderungen zu. So erhöht sich beispielsweise der Grundfreibetrag der Einkommenssteuer um 180 Euro. Zukünftig liegt er also bei 8652 Euro bei Ledigen. Bei Lebenspartnern und Eheleuten liegt der Freibetrag dann bei 17.304 Euro im Jahr. Auch der Grenzsteuersatz wird angehoben, um den Effekt der kalten Progression zu regulieren. Somit sollen Steuerzahler im Schnitt mehr von ihrem Nettoeinkommen haben als vorher.

Auch beim Kinderfreibetrag und beim Kindergeld kommen Veränderungen auf Sie zu. 2016 erhöht sich der Kinderfreibetrag auf 4608 Euro im Jahr. Damit steigt der Freibetrag um 96 Euro pro Kind. Das Kindergeld wird 2016 ebenfalls erhöht. Pro Kind und Monat erhalten die Elternteile zwei Euro mehr. Außerdem sind Eltern dazu verpflichtet, in Zukunft die Steuer-ID ihres Kindes bei der Familienkasse zu hinterlegen.

VERÄNDERUNGEN FÜR SPARER

Eine äußerst weitreichende Veränderung betrifft das Thema Freistellungsaufträge. Diese sind ab 2016 nur noch mit einer Steuer-ID gültig. Haben Sie bisher einen Freistellungsauftrag ohne Steuer-ID eingereicht, müssen Sie diesen nicht erneut abgeben. Eine Mitteilung Ihrer Steuer-ID reicht aus. Weitere Veränderungen liegen im Bereich der auch für Privatleute verpflichtenden IBAN, dem Entfallen der BIC und im Konto für jedermann. Gerade der letzte Aspekt ist spannend zu betrachten: Banken sollen in Zukunft niemandem mehr die Eröffnung eines Kontos verwehren dürfen, sondern sind zur Eröffnung eines Kontos für jeden verpflichtet.

Das Jahr 2016 erwartet uns mit einigen Veränderungen im Bereich der Finanzen. Besonders die Unternehmen profitieren vom Bürokratieentlastungsgesetz und können erheblichen Aufwand und somit Geld einsparen. Aber auch Familien und Sparer werden zukünftig begünstigt.