06.11.2015

Beitragsexplosion: Warum James Bond trotz „Smart Blood“ nicht günstig zu versichern ist

Kategorie(n): Aktuelles

In der Versicherungsbranche werden die Themen Telematik in der Kfz-Versicherung und Gesundheits-Apps in der Krankenversicherung heiß  diskutiert. Im Vorfeld des Bond-Films hatte ich schon die Idee,  etwas zum Thema Telematik-Tarif für Bond, James Bond, zu schreiben. Die Story des Films hat aber meine Überlegungen schon nach einer Viertelstunde pulverisiert: Während wir über die Vor- und Nachteile des Einbaus von Black Boxes ins Auto und der Gefahren von Gadgets am Körper zur Gesundheitsüberwachung diskutieren, bekommt James Bond von Q  das neue „Smart Blood“ direkt in die Blutbahn injiziert, so dass er permanent geortet werden kann.

Warum er trotzdem und niemals keine günstigen Versicherungsbeiträge bekommen wird, liegt fast schon auf der Hand; schauen wir uns zuerst das Thema Kfz-Versicherung an:

  • Ein Aston Martin DB 10 ist an sich schon kein gewöhnliches Auto, als drei Millionen teurer Prototyp ist er eh eher in die Kategorie unversicherbar einzuordnen.
  • Bond hält sich einfach nicht an die einfachsten Verkehrsregeln: Geschwindigkeitsbegrenzungen und Vorfahrtregeln scheinen bei der Verfolgungsjagd durch Rom schlicht nicht existent zu sein. Die Verfolgungsjagd mit dem Jaguar könnte auch als illegales Autorennen interpretiert werden. Alles nicht förderlich für günstige Beiträge und ohne Telematik und „Smart Blood“ eher noch zu vertuschen als mit.
  • Wer auch die Treppenstufen Roms zur Straße zählt und das Auto am Ende auf dem Grund des Tiber parkt, sammelt keine Pluspunkte für einen angemessenen Fahrstil.

Die Verfolgungsgjagd hat Spaß gemacht und epische Bilder produziert, aber billig wird das alles nicht. Aber das ist eigentlich auch egal, denn als 00-Agent sind die Schäden, ob bewusst herbeigeführt oder eher kollateral entstanden,  über die Staatshaftung abgesichert.

Und auch bei der Krankenversicherung wird es nicht einfacher, im Gegenteil.

  • James Bond ist sicherlich in sehr guter körperlicher Verfassung. Aber seine Wettbewerbspartner sind meist nicht die fairsten Sportsmänner, da bleiben Fouls mit einer erhöhten Verletzungsgefahr nicht aus.
  • Manche betreiben Risikosportarten, bei James Bond ist es ein Risiko-Beruf, der sich nach eigener Aussage „auf einem Fragebogen nicht gut macht“. Es ist zwar beeindruckend, dass auch nach den krassesten Flugeinlagen und den fettesten Explosionen Bonds Krawattenknoten sitzt wie eine eins – aber ein saftiger Risikozuschlag ist nicht zu vermeiden.
  • Wer regelmäßig gefoltert wird, bei dem sind gesundheitliche Folgekosten – sowohl körperlich als auch psychisch – nicht auszuschließen. Und wie man sieht sind die ausgewählten Privatkliniken vom allerfeinsten. Da reicht auch der 3,5fache -Satz der GOÄ nicht aus.

Achtung, Spoiler!

Bleibt die Frage: Wie war der Film? Sensationell! Humorvoll, epische Bilder und die Actionszenen vom feinsten. Selten sind zweieinhalb Stunden Film so kurzweilig gewesen. Und mit einem ungewöhnlichen Ende: Bond lässt den Schurken am Leben, wirft seine Pistole weg und spaziert Hand in Hand mit seinem Girl in die Londoner Nacht. Prädikat: Absolut empfehlenswert.

Foto: Adobe Stock, snapitude