16.10.2015

Berufsunfähigkeitsversicherung – eine seltsame Diskussion

Die Berufsunfähigkeitsversicherung führt zu einer seltenen Einigkeit: Politik, Verbraucherschützer und Versicherungsmakler sind sich darüber einig, dass diese Versicherung sinnvoll ist und dass sie jeder braucht. So berichtet auch Philipp Krohn in einem Artikel der FAZ. Also alles sonnig? Nein, denn nun wird eine neue Diskussion aufgemacht: „Was macht der Abschluss einer solchen Berufsunfähigkeitsversicherung mit den Menschen?“
Wenigsten wird auch von Klaus-Dieter Thomann, dem Ärztlichen Leiter des Instituts für Versicherungsmedizin (IVM) in Frankfurt, die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht grundsätzlich in Frage gestellt, aber mit der Argumentation zu den Nebenwirkungen kann ich mich nur schwer anfreunden, ich zitiere:

Aber das Risiko der Überversicherung ist groß. Daraus kann sich ein Rehabilitationsrisiko bilden“, betont er. „Zu wissen, dass man auch ohne Erwerbstätigkeit ein sicheres Auskommen erhalte, könne Versicherte passiv machen und seelisch belasten. Die Folgen seien dieselben wie bei einer Frühverrentung: Passivität, eine schlechtere Gesundheit, eine frühere Sterblichkeit.“
Im weiteren Verlauf des Artikels werden weitere Nebenwirkungen aufgeführt: Versicherungsnahe Berufsgruppen, welche die Logik des Produktes durchschauen, sind besonders häufig länger berufsunfähig und arbeiten nicht mehr. Und zu guter letzt: die Absicherung sollte aus Sicht von Thomann nicht zu attraktiv, also nicht zu nahe am letzten Nettogehalt liegen, sonst wäre die Missbrauchsgefahr noch größer.

Einige Anmerkungen hierzu:

1. Fast alles im Leben hat zwei Seiten. Und viele Dinge haben Nebenwirkungen. Autofahren führt zum Beispiel zu Verkehrstoten und es gibt auch Meinungen, die davon ausgehen, dass das Auto nie eine Straßenzulassung bekommen hätte, wenn es damals schon eine Technikfolgenabschätzung gegeben hätte, die tausende und abertausende Tote vorhergesehen hätte. Aber wollen wir wegen solcher Nebenwirkungen bei Einzelnen auf die Absicherung verzichten? Die Antwort kann nur „Nein“ sein. Selbstverständlich müssen wir versuchen, solche Nebenwirkungen zu minimieren, aber man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

2. Der Mensch ist ein Wesen, das in unterschiedlich starken Ausprägungen auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und vielleicht sogar über kriminelle Energie verfügt. Deshalb gibt es auch hier Missbrauch. Aber auch das ist kein Argument, das Produkt Berufsunfähigkeitsversicherung als ganzes über Bord zu werfen.

3. Die Höhe der Absicherung sollte auf den Fall ausgerichtet sein, dass jemand nicht mehr arbeiten kann und dann trotzdem noch seinen Verpflichtungen nachkommen kann, so dass er sein Leben ohne gravierende finanzielle Einschränkungen fortführen kann. Die meisten Experten sind sich einig, dass der Wert bei ca. 75% des letzten Nettogehaltes liegt. Ob das dann bei einzelnen Menschen, die z.B. ihren Job nicht gerne machen, eine Attraktivität erzeugt, aufgrund der vorhandenen Berufsunfähigkeitsversicherung, nicht mehr zu arbeiten, sei dahingestellt. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ich mit demjenigen, der eine Chance hat, eine BU-Rente zu bekommen, nicht tauschen möchte, weil er meist unangenehmes erlebt hat. Dafür spricht auch, dass es ja – wie auch im Artikel beschrieben – in manchen Fällen gar nicht so einfach ist, seinen Leistungsanspruch durchzusetzen.
Also als Fazit bleibt für mich: Ein Seitenaspekt wird aufgeblasen, bei Versicherungen immer wieder gerne genommen, da Kritik an Versicherungen Mainstream ist. Wir empfehlen trotzdem jedem, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen: Einfach anrufen (069 – 71 70 7 – 540) oder online Termin vereinbaren.

 

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