09.09.2015

Zeitenwende in der klassischen Lebensversicherung?

Die Allianz ist Marktführer und daher haben die Worte aus diesem Haus großes Gewicht in der Branche. Deshalb ist das Statement von Volker Priebe, dem Chef der Allianz Produktentwicklung von besonderer Bedeutung: Die klassische Lebensversicherung ist bei der Beratung unserer Kunden nicht mehr die erste Wahl. … Wir sind aber weiterhin offen, wenn sich ein Kunde gegen unseren Rat anders entscheiden möchte“.

Und auch von Seiten der ERGO sind Neuigkeiten in diesem Feld zu beobachten. Wie der Konzern bestätigt, wird die ERGO-Gruppe am dem 1. Januar 2016 keine klassischen Ansparprodukte für das Neugeschäft mehr anbieten. Ist das eine Zeitenwende?

Ja und nein. Eine Zeitenwende ist es, aber die in dieser Aussage nicht ihren Anfang hat, sondern macht eben auch dem letzten deutlich, dass sich die Zeiten wirklich ändern. Signale gab es bereits genug:

  • Alle großen Versicherungsgesellschaften haben bereits Produkte mit alternativen Anlagekonzepten auf den Markt gebracht.
  • Einige große wie ERGO (oder HDI und Zürich) haben bereits ihren kompletten Ausstieg aus klassischen Produkten im Privatkundengeschäft erklärt bzw. umgesetzt.
  • Standard Life hat mit brachialer Gewalt sein Flagship Freelax vom Markt genommen, das für mehr als die Hälfte des Neugeschäfts stand und in der BAV de facto eine Einstellung des Mengengeschäfts bedeutet.

Zwischenfazit: Wer mit offenen Augen durch das Versicherungsleben geht, dem war schon länger klar, dass es in diese Richtung gehen wird. Was bedeutet das nun für die Beratung und für den Endkunden? Lassen Sie mich drei Aspekte aufgreifen:

  1. Das Ergebnis, sprich die Rendite, in der privaten Altersvorsorge wird für den Endkunden vielleicht gar nicht so viel anders sein. Eine endfällige Beitragsgarantie ist am Ende des Tages bei einer Laufzeit von 25 Jahren auch nichts anderes als ein Garantiezins von 1,25%. Bei kürzeren Laufzeiten ist diese Variante sogar mehr Wert und sie gibt vor allem den Versicherungsgesellschaften eine größere Flexibilität hinsichtlich Ihrer Anlagepolitik.
  2. Es wird komplizierter: In der klassischen Welt gibt es einen Garantiezins, eine garantierte Ablaufleistung und eine prognostizierte Leistung inkl. Gewinnanteilen. Wie der Versicherer das anlagetechnisch macht, war den Kunden meist relativ egal. Ein bisschen wie in der Formel Eins, die Autos sehen mehr oder weniger gleich aus, fahren auf der gleichen Rennstrecke (Kapitalmarkt) und was unter der Haube ist (Anlagepolitik) interessiert nur die Experten. Abgerechnet wird an der Ziellinie (Ende der Vertragslaufzeit).
    Jetzt ist sozusagen ein Motorenwettbewerb entbrannt. Jeder macht das ein bisschen ein anderes Anlagekonzept und die Kunden beschleicht das Gefühl, dass ohne Mechatroniker-Ausbildung wenig geht. Große Erfahrungswerte gibt es noch nicht. Hilfreich, wenn man also einen guten Kommentator (Versicherungsmakler) hat, der einem die Details erklärt und eine Empfehlung gibt,  auf welches Pferdchen man setzen soll. In unserer Branche ist die Frage eher blau oder rot, statt silber oder rot.
  3. In der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) stellen manche Experten die Frage, wie es grundsätzlich weiter gehen soll. Ob es vielleicht gar eine Gesetzesänderung braucht. Weil die Produkte bestimmte Garantien enthalten müssen, damit sie in der bAV funktionieren. Die aktuelle Kapitalmarktsituation macht es zu einer Herausforderung, diese Garantien abzubilden. Aber es braucht eine Gesetzesänderung, um hier für Entlastung zu sorgen.

Fazit: Auch die Welt der privaten Vorsorge wird immer komplizierter. Daher ist es umso wichtiger,  einen guten Versicherungsmakler an seiner Seite zu haben, der einem hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Vereinbaren Sie einfach online oder telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen Termin. Wir meistern gemeinsam mit Ihnen diese neue Komplexität.

 

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