18.09.2015

Regulierung in Grossbritannien – Lehren für Deutschland

Kategorie(n): Aktuelles, Buchvorstellung

Standard Life hat sich ja in letzter Zeit nicht mit Ruhm bekleckert in der Kommunikation mit Maklern. Diesen Dienstag fand in Frankfurt unter dem oben genannten Titel eine sehr gelungene Veranstaltung statt – das ist das Niveau, das die Maklerschaft von Standard live kennt und erwartet. Keep up the good work.
Als Referenten wurden Mark Christie, Direktor beim Makler Carbon Financial, und Jim McFadyen, Distribution Development Manager bei Standard Life, aus Edinburgh bzw. Perth in Schottland eingeflogen. Eine große Herausforderung war, dem jeweiligen Vortrag der beiden in Ihrer Muttersprache – also was die Schotten halt so als Englisch bezeichnen – zu folgen.
Wem das gelang, der konnte einige Interessante Erkenntnisse gewinnen:

  •  Seit 2013 gilt in Großbritannien ein Provisionsverbot für Rentenversicherungen sowie für Fonds, nicht für biometrische Produkte und Sach.
  • Standard Life hat die Zahlung von Provisionen schon 2004 eingestellt, damals als Marktführer in Großbritannien. Das führte zu drastischen Marktanteilsverlusten, heute ist Standard Life wieder Marktführer.
  •  Die Zahlung des Honorars läuft in neun von zehn Fällen noch immer über den Versicherer: Das bedeutet Kunde und Makler vereinbaren ein Honorar, gezahlt wird das Honorar vom Kunden aus der Anlagesumme, die der Versicherer nach Geldeingang an den Makler überweist.
  • Die Struktur des Geschäfts hat sich drastisch verschoben: Während es damals vor allem um laufende Beiträge ging und der Durchschnittskunde um die 40 war, ist er heute 58 und es geht fast nur noch um Einmalbeiträge.

Also eine Menge Stoff zum Nachdenken.Wer noch ein bisschen mehr food for thought benötigt, für den habe ich hier noch eine kleine Lektüre Empfehlung: Future Ready – 50 Erfolgsfaktoren für makler in einem sich verändernden Marktumfeld.  Dank Standard Life können die Leser des Blogs dieses Buch kostenlos anfordern.

{Foto: Adobe Stock, Photographee.eu}

 

2 Kommentare

Vor allem bei der Riester-Rente wäre es einmal interessant zu erfahren, ob sich die öffentliche Wahrnehmung ändern kann, wenn ein Provisionsverbot verhängt werden würde.


Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich denke, dass es bei Riester gar nicht nur um Provisionen geht, sondern um das Thema Kosten im allgemeinen, die ja zu einem guten Teil zum einen aus den geforderten Garantien zum anderen aus der kompliziert Abwicklung der Zulagen erfolgen.
Aus meiner Sicht ist die Diskussion, ob der Staat sein Geld, das er für die Förderung der Altersvorsorge zur Verfügung stellt völlig legitim.
Eher weniger zielführend ist die Diskussion ob Riester für den Kunden sinnvoll ist. Wenn sich ein Kunde aus den gegebenen Rahmen einlassen kann – insbesondere Auszahlung zum überwiegenden Teil als Rente und nicht als Kapital, was ich aus Sicht des Staates für sehr sinnvoll erachte – dann ist das Produkt aufgrund der Zulagen und der Steuervorteile für den Kunden in den allermeisten Fällen attraktiv, auch wenn es höhere Kosten und aufgrund der Garantien geringere Renditen enthält. Wenn ich nur 60-70% meiner Beiträge selbst zahlen muss und den Rest dazu bekomme, dann ist das kein schlechtes Geschäft. Daher bin ich der Meinung, dass hier ein Provisionsverbot keine wesentliche Verbesserung bringen würde.
Gruß Oliver Mack