11.09.2015

Kategorie(n): Allgemein

150911_Digitalisierung

Foto: Adobe Stock, Eugenio Marongiu

Die Digitalisierung ist in der Versicherungsbranche angekommen. Es gibt einen regelrechten Hype um Fintechs wie getsave, Knip oder Clark. Mit geschickter PR und Buzzwords wie Transparenz, Digitalisierung der Prozesse oder Kostensenkung haben sich die Start-ups zum Einstieg mal positiv positioniert. Klar, wer könnte da schon dagegen sein? Niemand, das wollen wir doch alle, oder? Und sich gegen die alten, trägen und mit negativem Image versehenen Banken zu positionieren, ist ja auch nicht so schwer.

Doch langsam, nachdem der erste Hype verflogen und die Zeit für den zweiten Blick vorhanden ist, regen sich auch andere Stimmen. Unter anderen ist da Markus Rieksmeier (http://www.versicherungsbote.de/id/4826872/Versicherung-App-Test-Check/), der in einem  genauen und journalistisch aufbereiteten Artikel nachweist, dass die Ideen zwar gut und spannend sind, die (technologische) Umsetzung aber noch gar nicht so fortgeschritten ist wie die gestylten Pressemeldungen es glauben lassen wollen.

Die andere mahnende Stimme ist Dominik Groenen, der zwei Thesen vertritt:

  1. Dass die Fintechs auch nur mit Wasser kochen und da deutlich mehr Digitalisierung sein könnte. http://www.versicherungsbote.de/id/4827716/Clark-Knip-FinTech-Interview/
  2. Dass bei all dem Hype um die kleinen, die wie Segelboote anmuten die Öltanker unter den Versicherern   wie Allianz & Co. nicht unterschätzt werden dürfen. (http://www.versicherungsbote.de/id/4828261/FinTech-Startups-Versicherung-Check24-Allianz/)

Ich teile beide Thesen und wenn eine Axa 100 Mio. Euro investiert, ist das eine Ansage. Natürlich geht das langsamer als bei Start-ups, aber die Versicherer haben auch ein paar Vorteile:

  • Sie kennen den Markt seit Jahrzehnten, auch beim Versicherungs-Knowhow sind die Start-ups nicht immer die hellsten Kerzen auf der Torte und ich habe manchmal den Eindruck, dass die Komplexität ein bisschen unterschätzt wird.
  • Sie haben bereits Millionen Kunden. Das müssen die Start-ups erst mal hinkriegen. Und Neukunden gewinnen ist nicht billig.
  • Die Versicherer haben das Geld, da muss keiner zittern, dass Ende des nächsten Quartals Schluss ist, wenn die Finanzierung noch nicht steht. Das ermöglicht ruhiges, langfristiges und nachhaltiges Arbeiten.

Ich hatte diese Woche die Gelegenheit,  mich persönlich mit Dr. Markus Hofmann, Mitglied des Vorstandes der Allianz Versicherungs-AG, zu diesem Thema auszutauschen. Mein Fazit: Niemand sollte die Versicherer beim Thema Digitalisierung unterschätzen. Sie nehmen Fahrt auf, momentan wirkt das vielleicht noch behäbig, aber die Power die dahinter steht ist gewaltig. Eine sehr spannende Entwicklung, die unsere Branche im Moment durchläuft.

 

1 Kommentar

Es bleibt spannend :-). Aber wir Makler können über die Fintech Unternehmen schimpfen und klagen oder einfach selber zu einen werden. Die technischen Voraussetzungen gibt es ja bereits für uns – wir nehmen es nur nicht so richtig an, sind zu faul oder haben Bedenken, ob sich das überhaupt rechnet…