05.08.2015

Kategorie(n): Kunstversicherung

Mode und Kunst sind schon immer miteinander verbunden. Denn, Mode ist Kunst und Kunst kann Mode sein. Doch wie inzwischen fast alle Luxus-Modelabels Kunst zur Image- und Markenbildung nutzen lässt die Verbindung enger werden denn je zuvor. So ziemlich jedes Modehaus, das etwas auf sich hält hat mittlerweile eine Kunststiftung.

Prada zum Beispiel eröffnete kürzlich ein neues Kunst- und Kulturzentrum in Mailand. Die Fassade der Fondazione Prada ist mit nicht weniger als drei Kilo Blattgold verkleidet. Der gesamte Gebäudekomplex umfasst zehn sehr aufwendig gestaltete Bauwerke. Unter anderem werden in einem von diesen bis Ende August bei den bekanntesten Museen der Welt ausgeliehene griechische Statuen im Rahmen der „Serial Classic“ ausgestellt.

Luxus-Modelabels beschränken sich mit ihren Aktivitäten im Bereich der Kunst aber keineswegs auf das Bauen von Museen. Die meisten von ihnen sind auch große Sammler. Diese Verbindung von Kunst und Mode wird außerdem durch gegenwärtige Entwicklungen beider Branchen begünstigt. So ist aktuell oft vom sogenannten Kunstmarktboom die Rede. Schätzungen zu Folge soll sich der Umsatz auf dem Kunstmarkt innerhalb der letzten zehn Jahre verdoppelt haben und derzeit bei etwa 51 Milliarden Euro jährlich liegen. Ebenso verhält es sich im Bereich der Mode. Hier soll sich die Zahl der Kunden von Luxusmodehäusern seit der 90er Jahre nahezu vervierfacht haben.

Doch zielen die meisten Modelabels dabei nicht ausschließlich auf die Förderung von Kunst nur um der Kunstförderung Willen ab. Die Sammlungen sowie imposante Ausstellungsräume wie etwa die von Prada dienen vor allem der Imagebildung des Unternehmens bzw. der Marke. Noch vorteilhafter ist, dass sich so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen lassen. Zum Einen wird die eigene Zielgruppe, nämlich vermögende Kunden mit Hang zum Exklusiven und Seltenen, direkt angesprochen. Zum Anderen sind Kunststiftungen aufgrund ihrer Gemeinnützigkeit steuerlich begünstigt.

Dieser wirtschaftliche Gedanke spiegelt sich auch im Fall der François Pinault Foundation wieder. Diese gehört zu dem Großkonzern Kering, welcher unter anderem Labels wie Ives Saint Laurent, Gucci, Balenciaga, Brioni, das Auktionshaus Christie’s und viele weitere unter sich vereint. Kering selbst gehört der Holding Gruppe Artémis an, welche den Bereich Kunst in ihrem Internetauftritt dem Feld Investitionen zuordnet. Mode und Kunst können also durchaus voneinander profitieren. Allerdings sehen Experten die Vermischung beider auch mit Risiken behaftet. So gehe es in der Kunst in erster Linie um die Kreation selber. Mode, vor allem als Luxusware, sei von vorne herein auch immer mit einem geschäftlichen Aspekt verbunden.