07.08.2015

150806Freelax-Wortbruch

Als Standard Life vor einigen Monaten bekanntgegeben hat, dass die Rentenversicherung „Freelax“ eingestellt wird, war das für manch einen zumindest eine böse Überraschung, für andere – die Ohren am Markt haben – war es nicht so verwunderlich. Natürlich war die Umsetzung sehr zügig – typisch Angelsachsen eben. Und wenn sich auch deutsche Versicherer wie zuletzt der HDI aus dem klassischen Lebensversicherungsgeschäft mit Garantien verabschieden, kann man Standard Life vielleicht ein paar Holprigkeiten bei Umsetzung und Kommunikation vorwerfen, nicht aber den grundsätzlichen Rückzug ankreiden.

Was nun passiert ist, hat allerdings eine andere Dimension. Noch beruhen alle Kenntnisse nur auf mündlichen Informationen und faktischen Erlebnissen, denn offizielle schriftliche Infos gibt es noch nicht. Hier ein paar Fakten:

  • Erhöhungen bestehender BAV-Verträge in bestehenden Rahmenverträgen sind ab sofort nicht mehr möglich – man bekommt als Makler keine Angebote mehr.
  • Neuabschlüsse in bestehenden BAV-Rahmenverträgen sind nur noch bis 28. August 2015 möglich.
  • Zuzahlungen zur Freelax- Basisrente sind ab sofort nicht mehr möglich.

Leider muss man es so deutlich sagen: Das ist ein klarer Wortbruch gegenüber der Maklerschaft. Zugesagt, war, dass die BAV-Rahmenverträge bis Jahresende offen bleiben. Über die Einstellung der Zuzahlungsmöglichkeit war nichts verlautbart worden.
Nun steht man da als Makler und muss das seinen Kunden irgendwie erklären. Ob dieses unsägliche Geschäftsgebaren mit den Bedingungen konform geht, müssen ggf. Rechtsanwälte klären. Ich vermute, dass das schon passen wird, das wird man vorher geprüft haben. Dass dieses Vorgehen einen immensen Flurschaden verursacht, dafür braucht es keinen Rechtsanwalt. Das Vertrauen ist nachhaltig beschädigt und wir dürfen alle gespannt sein, wie es nun weitergeht.

Es sind keine einfachen Zeiten für einen Lebensversicherer im Moment. Aber es ist einfach nur betrüblich zu sehen, wie ein einstmals Top-Versicherungs-Partner der deutschen Maklerschaft den Karren in den Dreck fährt. Gemachte Zusagen werden nicht eingehalten und die Kommunikation erreicht nur eins: Maximale Verwirrung. Schade und sehr traurig. Im Rückblick wird dieser Fall wahrscheinlich einmal als Beispiel dafür herhalten müssen, wie man es besser nicht machen sollte.

 

Ein Gedanke zu „Standard Life Freelax: So geht Kommunikation und Partnerschaft gerade nicht“

  1. Man sieht, überall werden die Daumenschreiben angezogen – wenn das alles stimmt, dann ist das kein feiner Zug. Schade um einen sehr tollen Tarif…

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