12.06.2015

Kategorie(n): Allgemein, Altersvorsorge

Wenn Apple in Kalifornien eine Presse-Konferenz gibt – meist sind das ja eher zelebrierte Präsentationen oder die echten Jünger würden sich auch gegen den Begriff Messen nicht wehren – dann gibt es live Übertragungen und Live-Ticker und die ganze Welt lechzt nach Neuigkeiten. Wenn der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin eine Pressekonferenz gibt, ist die Aufmerksamkeitsspanne deutlich geringer, obwohl die Bedeutung der Inhalte für die Zukunft der Menschen in Deutschland vielleicht gar nicht so viel geringer ist.

Die Fakten die am Dienstag in Berlin präsentiert wurden sind relativ eindeutig: Nach einer repräsentativen Allensbachumfrage sind nur ca. ein Viertel der Bundesbürger bereit „einiges“ für ihre Altersvorsorge zu tun, das sind deutlich weniger als noch 2001, da waren es immerhin noch 45%, also fast eine Halbierung. Die Beschäftigung nimmt in den letzten Jahren stetig zu, die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge stagniert, genauso die Nutzung von Riester. Alles keine guten Vorzeichen, angesichts der demographischen Entwicklung und der sinkende Leistungen der staatlichen Rentenversicherung.

Deshalb hat der GDV einen Forderungskatalog an die Politik formuliert:

  • Vereinfachung der BAV
  • Keine Nahles-Rente, da dies eine weitere Verkomplizierung wäre
  • Einführung eines optionalen Opting-Out-Verfahrens
  • Abbau der kalten Progression bei Riester
  • Erhöhung des steuerlichen Förderungsrahmens

Das sind alles gute und richtige Forderungen. Allerdings muss auch die Branche selbst ihre Hausaufgaben machen. Dazu gehören aus meiner Sicht drei Dinge:

  1. Kosten senken: Manche Produkte, die angeboten werden, sind schlicht zu teuer. Wenn es am Kapitalmarkt fünf oder gar sieben Prozent Zinsen gibt, ist das auch nicht schön, aber es fällt nicht so stark ins Gewicht. Wenn die Renditen sinken, muss auch auf der Kostenseite was getan werden.
  2. Neue und bessere Produkte: Es braucht eine bessere Verständlichkeit und höhere Transparenz, das gilt für alle Sparten. In der Lebens- und Rentenversicherung müssen angesichts der Kapitalmarktsituation auch modernere Garantielösungen entwickelt werden.
  3. Langlebigkeitsrisiko: Dieses Thema, das vielfach unterschätzt oder verdrängt wird und angesichts der weiter steigenden Lebenserwartung jeden Betrifft, muss besser kommuniziert und erläutert werden. Das betrifft natürlich auch uns Makler. Denn seriös kann das nur über das Kollektiv einer Rentenversicherung abgesichert werden.

Wenn das gelingt, kann die Branche trotz aller Herausforderungen positiv in die Zukunft blicken und ihrer sozialen Verantwortung und gesellschaftlichem Auftrag gerecht werden. Wer das alles als Kunde gerne in Ruhe erklärt bekommen und für seine persönliche Situation durchgerechnet bekommen möchte, der kann einfach online oder telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen Termin vereinbaren.