07.05.2015

Kategorie(n): Kunstversicherung

Man könnte auch fragen: „Warum wird ein Golf nicht zum Oldtimer, sondern bleibt immer ein maximal gut erhaltener Gebrauchtwagen?“ Seitdem aufgrund der Zinssituation an den internationalen Kapitalmärkten ein gewisser Anlagestau herrscht, stellen solche Fragen plötzlich Leute, die sich eigentlich nicht für Oldtimer interessieren. Im Rahmen der Diskussion um Anlagen in Sachwerten, rücken neben Kunst auch Oldtimer in den Fokus. Und es gibt durchaus Parallelen zwischen dem Kunst- oder Oldtimermarkt.

Es gibt zwar Kriterien, die einen ein Auto zu einem Oldtimer machen, aber ob ein Auto dadurch richtig wertvoll wird, ist nicht gesagt. In der Mathematik würde man wohl von notwendigen, aber nicht hinreichenden Bedingungen sprechen. Hier eine kleine Liste, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, inspiriert von Jens Jessens Artikel mit der gleichen Überschriften

  • Alter spielt eine Rolle, ab 30 Jahren gibt es das entsprechende Nummernschild mit dem „H“. Aber viel mehr bedeutet es auch nicht.
  • Die Anzahl der produzierten Stücke und vor allem der noch vorhandenen Exemplare. Wir viele produziert wurden, lässt sich meist herausfinden. Schon schwieriger wird es mit der Frage, wie viele Autos es von einem bestimmten Modell noch gibt? Ab und an taucht ja wieder eines in einer Scheune auf.
  • Schlechte Qualität und ein ausgefallenes Design. Kein Scherz, nehmen wir die TVR aus Großbritannien oder der 2CV (die sogenannte Ente), das könnte helfen.
  • Zustand des Fahrzeuges: Der sollte natürlich einwandfrei sein. Aber dazu muss ständig repariert und poliert werden, das kostet richtig Geld. Darüber hinaus müssen die Fahrzeuge regelmäßig bewegt werden, um in Schuss zu bleiben.
  • Vorbesitz: Auch das kann ein wertsteigerndes Element sein, ähnlich der Provenienz bei Bildern.
  • Ein guter Name: Natürlich hilft das, wie überall im Leben. Ferrari und Mercedes werden leichter zu Oldtimern als Volkswagen und Toyota.

Ein spannendes Beispiel ist der Mercedes 540 K, der Ende März einen Preis von 2,7 Mio. Euro erzielt hat. Auf den ersten Blick ein Spitzenergebnis. Auf den zweiten Blick vielleicht auch nicht. Das gleiche Modell wurde auch schon für 4,6 und 9,7 Mio. Euro verkauft. Dass es manchmal auch nix wird mit den hohen Preisen, obwohl die Erwartungen ganz andere sind, zeigt der Mercedes C, den Juan Pablo Montoya 1996 in Silverstone fuhr: kein Bieter. Oder ein Mercedes SL Pagode, der für knapp 50.000 EUR über den Tisch ging.

Die Preisfindung ist also nicht so einfach. Beim Versicherungsschutz ist es ein bisschen besser. Sobald das Auto auf die Straße soll, ist er eh obligatorisch. Aber auch hinsichtlich Diebstahl oder Totalverlust ist eine Absicherung ratsam. Wir ermitteln gerne ein individuelles Angebot für Sie.

 

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