20.05.2015

Kategorie(n): Kunstversicherung

120 Millionen, 142,4 Millionen, jetzt 179,4 Millionen US Dollar. So haben sich in den letzten zwei Jahren die Preise für die teuersten Bilder entwickelt. Die Abstände zwischen den Rekorden werden immer kürzer. Zuerst war da der »Der Schrei« von Edvard Munch, dann kam das Triptychon »drei Studien von Lucian Freud« von Francis Bacon. Und nun Pablo Picassos »Die Frauen von Algier«. Wahrscheinlich Knallen bei Christie’s in New York die Sektkorken, ersteigert hat es ein anonymer Bieter am Telefon.

Und damit nicht genug. »Nebenbei« wurde noch eine Bronzestatue des Schweizers Alberto Giacometti für 140 Millionen Dollar versteigert – ebenfalls ein Rekordpreis in der Kategorie Statue. Wie lassen sich diese Preise erklären? Manche Experten sehen einen Zusammenhang mit der aktuellen Situation an den internationalen Kapitalmärkten: Die Superreichen, die die Möglichkeit, aber vielleicht auch die Notwendigkeit haben, solche Summen zu investieren, suchen alternativen. Vielleicht trauen sie dem Braten an den Kapitalmärkten auch nicht und investieren deswegen in Kunst als Sachwert. Picassos Frauen von Algier waren das letzte Mal 1997 auf dem Markt. Die Auktion erbrachte damals knapp 32 Mio. Dollar. Das heißt in den letzten Jahren 10% jährliche Rendite. Gold und Aktien schafften im selben Zeitraum 7%, Warren Buffet erreichte mit der Aktie seiner Berkshire Hathaway ebenfalls 10% Rendite p.a.

Und wo wird es mit den Preisen enden? Experten gehen davon aus, dass in 2015 noch die 200 Mio. Dollar Marke geknackt werden könnte. Die nächste magische Grenze sind dann die 500 Mio. Dollar. Und manch ein Experte hält binnen 10 Jahren die Milliarde für möglich. Bereits heute könnte das passieren, wenn die Mona Lisa auf dem Markt wäre.