28.04.2015

Kategorie(n): Aktuelles, Allgemein

Der Online-Kunstmarkt übertrifft alle Erwartungen
Zum dritten Mal veröffentlicht der Spezialversicherer Hiscox dieses Jahr den Online Art Trade Report. Die Ergebnisse untermauern den anhaltenden Trend des Online-Kunstmarkts. Auch Social Media gewinnt an Bedeutung: Postings von Museen, Galerien und Künstlerateliers üben einen direkten Einfluss auf die Kaufentscheidung fast jedes vierten Befragten aus.

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram gewinnen an Bedeutung. 24% der Kaufentscheidungen werden durch Likes und Follow-Empfehlungen beeinflusst, 74 % der Befragten gaben an, durch die Posts anderer Sammler beeinflusst zu werden. Brauchten etablierte Galerien bisher viele Jahre, um einen Markt für einen Künstler aufzubauen, sind es heute Klicks, die Informationen in Sekunden weltweit verbreiten und den Markt beschleunigen.

Gastautorin

Silke Lemmes

Kunsthistorikerin (M.A.)
Underwriter Art & Private Clients / HISCOX

 

Wie dynamisch der Online-Kunstmarkt ist, spiegeln auch die Wachstumszahlen wider, welche die Studie ermittelt hat: Von 2013 bis 2014 ist der Umsatz am Online-Kunstmarkt um 68% gestiegen. Das Marktvolumen hat sich von 1,47 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf 2,49 Milliarden Euro im Jahr 2014 entwickelt. Das entspricht damit bereits einem Anteil von 4,8% des geschätzten Gesamtumsatzes des globalen Kunstmarktes.

Deutlich wird auch, dass für die Mehrheit der Käufer Kunst eine Investition ist und nicht mehr der ideelle Wert im Vordergrund steht. 63% der Befragten gaben an, mit der Kunst Gewinne erzielen zu wollen. Durch den wachsenden Online-Handel und die Entwicklung vom Kunstwerk zur Ware, aber auch zum Spekulationsobjekt (art flipping), könnte in den nächsten Jahren eine Neustrukturierung des Marktes entstehen. Wer den Markt in der Zukunft dominieren wird, ist für Robert Read (Head of Fine Art) beim Spezialversicherer Hiscox, aktuell noch offen: „Es gibt viele Akteure auf dem Online-Kunstmarkt und es bleibt weiterhin schwierig vorherzusagen, wer am Ende die Gewinner sein werden. Dabei haben sicher diejenigen Geschäftsmodelle mit einer vertrauenswürdigen Marke, einer Präsenz in der ‚realen Welt‘ und einem Onlinegeschäft einen großen Vorteil.“