08.04.2015

Kategorie(n): Allgemein, Rente

Silver coins in hands isolated on white

Es wird viel vom demographischen Wandel geredet und alle sind sich darin einig, dass es in alle Teilbereiche hinein drastische Auswirkungen für unser Leben haben wird. Alle nicken kräftig, aber kaum jemand hat eine konkrete Vorstellung, was es denn nun wirklich praktisch bedeutet und demzufolge macht auch keiner was. In der „Welt“ vom Donnerstag war ein interessanter Artikel zu bestaunen: „Ohne das Geld der Alten ist der Wohlstand in Gefahr“

Die Frage, was es für Auswirkungen hat, wenn die Sparquote sinkt, weil die Alten weniger Sparen oder gar anfangen ihr Vermögen zu verbrauchen („Entsparen“), wird hier konkret diskutiert:

  • Für viele Rentner wird es schlicht eine Notwendigkeit sein, die angesparte Substanz im Alter zu verbrauchen, weil die laufenden Renteneinnahmen zu niedrig sind oder zusätzliche Belastungen wie ein Pflegefall eintreten.
  • Das Konsumverhalten hat sich verändert und wird sich auch in der „Neuen Rentnergeneration“ verändern. Während früher bis ins hohe Alter gespart wurde, sind die jungen Alten durchaus konsum- und spendierfreudig.
  • Für das Sinken der Sparquote braucht es nicht mal ein wirkliches Entsparen, sondern es reicht schon, wenn „die Alten“ weniger ansparen.
  • Auch global betrachtet findet kein Ausgleich statt, da nur die Volkswirtschaften in Mexiko, Brasilien und Indien steigende Sparquoten haben, das aber nicht ausreicht, um den Rückgang – vor allem in den Industrienationen – auszugleichen.
  • Entscheidend ist die Gruppe der 40-65jährigen, denn in den jüngeren Altersgruppen ist weniger freies Kapital bzw. Einkünfte vorhanden, die gespart werden könnten. Da sich deren Sparverhalten ändert, droht laut einigen Kapitalmarktexperten sogar ein Senioren-Crash.

Was das bedeutet ist zum Beispiel in Japan zu sehen: Hier beträgt, die Sparquote -1,3%. Das bedeutet: Jedes Jahr werden 1,3% des verfügbaren Einkommens faktisch unwiderbringlich verbraucht, also dem Kapitalmarkt entzogen. Dieses verbrauchte Vermögen steht somit für den Lebensunterhalt oder Konsum im Rentenalter nicht mehr zur Verfügung. Hierzu eine Zahl, die diesen Wandel verdeutlicht: Im Jahr 1975, also vor 40 Jahren, betrug die Sparquote in Japan noch 23%.

Deutschlands Altersstruktur könnte schon im nächsten Jahrzehnt so aussehen wie die heute in Japan. Das lässt sich gut vorhersagen, da die Jahrgangskohorten bestimmten Sterblichkeiten unterliegen. Sollte es keine dramatischen Ereignisse wie Krieg oder Seuchen geben ist das quasi in Stein gemeißelt. Einzig das Sparverhalten bleibt als variable Größe.

Wie viel Sie sparen oder entsparen müssen, wenn Sie zur Generation gehören, die jetzt vor dem Ruhestand steht, ermitteln wir gerne in einer Ruhestandsplanung für Sie. Vereinbaren Sie einfach online oder telefonisch (069 – 71 70 7- 131) einen Termin.