16.04.2015

150416GKV-De­mo­gra­phie_02
[Ein Gastbeitrag von Sören Hildinger]

„die gesetzliche Krankenversicherung ist wie ein Phönix aus der Asche“, so tönte es neulich gewohnt selbstbewusst aus den Kreisen der GKV. Dass zumindest die Asche vorhanden ist, daran besteht nach einem kurzen Blick auf die desolate Finanzlage der GKV kein Zweifel. Nach dem Phönix sucht man jedoch vergebens.


gastauthor-soeren-hildinger

Vielleicht hätte der eine oder andere lieber öfters den Wirtschaftsteil der Tagespresse gelesen, als sich im Feuilleton mit der ägyptischen Mythologie herumzuquälen. Wahrscheinlich wäre er dann auch auf ein Interview der Vorstandsvorsitzenden des GKV Spitzenverbandes Doris Pfeiffer zur Finanzlage der GKV gestoßen (siehe Interview im Anhang).

Interessant sind in diesem Zusammenhang zwei Äußerungen von Frau Pfeiffer, die auf den ersten Blick recht harmlos wirken, aber bei genauerem Hinsehen das ganze Ausmaß der drohenden finanziellen Schwierigkeiten der GKV zeigen:

  1. „Die demographische Entwicklung trifft uns noch nicht. Noch sind die meisten Babyboomer erwerbstätig. In den nächsten zehn Jahren ist deshalb keine grundlegende Verschlechterung zu erwarten.“

Übersetzt könnte der Passus lauten: „Die demographische Entwicklung wird die GKV massiv treffen, weil wir (anders als die PKV) keinerlei Rückstellungen für später gebildet haben. Wir leben ja von der Hand in den Mund. Allerdings werden wir diese Problematik erst in etwa 10 Jahren richtig heftig zu spüren bekommen, wenn die heute Erwerbstätigen zunehmend in Rente gehen. Aber auch schon vorher werden wir eine latente Verschlechterung in Form steigender Beiträge und/ oder sinkender Leistungen bemerken. Einfach deshalb, weil schon heute das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern zu kippen beginnt“.

  • „Noch haben wir eine stabile Finanzsituation und Reserven. Wir sehen aber auch, dass die Ausgaben […] stark zunehmen. Wir müssen deshalb die Politik dringend auffordern, bei den Gesetzen darauf zu achten, dass die Ausgaben nicht ins Uferlose steigen.“Übersetzt könnte der Passus lauten: „Ehrlich gesagt haben wir das Ding für die Zukunft nicht mehr im Griff. Die Ausgaben steigen massiv an, gleichzeitig gehen die Einnahmen wegen des demographischen Wandels (für den wir ja nicht vorgesorgt haben) zurück. Die Politik muss dringend eingreifen, um im Sozialgesetzbuch die Leistungen für die Versicherten einzuschränken. Ansonsten fliegt uns das ganze System mit einem lauten Knall um die Ohren“.

Im Blick auf die Private Krankenversicherung seien in diesem Zusammenhang zwei wichtige Punkte erwähnt, bei denen die PKV deutliche Vorteile gegenüber der GKV hat:

  1. Die Private Krankenversicherung ist von der demographischen Entwicklung (mehr Ältere, weniger Jüngere) kaum betroffen, weil sie für ihre Versicherten Alterungsrückstellungen bildet. Vereinfacht gesagt spart sich jeder PKV-Versicherte seine Alterssicherung selber an, er ist also (im Gegensatz zur GKV!) nicht darauf angewiesen, dass möglichst viele Jüngere nachkommen. Denn selbst wenn man der PKV von heute auf morgen den Neuzugang komplett abschneiden würde („Bürgerversicherung“), hätte das auf die Beiträge der Versicherten kaum Auswirkungen.

 

  • Der Ruf nach der Politik ist sicherlich die bequemste Lösung: Einfach per Gesetz mal hier ein bischen den Beitrag hochsetzen, dort mal ein bischen die Leistungen kürzen. Nach diesem System „funktioniert“ die GKV schon seit vielen Jahrzehnten. Schaut man sich aber heute im Jahre 2015 an, welch kümmerliche Leistung man für fast 750,- € (!!) Monatsbeitrag in der GKV bekommt, dann sieht man eben auch, wohin diese Bequemlichkeit geführt hat. Kein GKV-Versicherter kann sich heute darauf verlassen, dass er in zehn Jahren auch nur noch im Ansatz die Leistungen hat, auf die er heute zugreifen kann. Die Private Krankenversicherung hat auch hier einen deutlichen Vorteil: Die Leistungen sind nicht von der Politik abhängig, sondern vertraglich auf Lebenszeit zwischen dem Versicherer und dem Versicherten festgelegt.

 

Angebote für eine Private Krankenversicherung bei Hoesch & Partner gibt es telefonisch (069 – 71707-540) oder online.