23.04.2015

Kategorie(n): Allgemein, Digitales

150421_Apple Watch

Heute erscheint die Apple Watch. Unabhängig davon, ob dieses Gadget so erfolgreich wird wie die Apple Blockbuster iPhone oder iPad, lohnt sich die Diskussion einer anderen Frage: Wie viel unserer Freiheit wollen wir freiwillig noch aufgeben?

So nah war uns Apple noch nie. Wir tragen auch das iPhone fast »immer am Mann«, aber die iWatch ist uns noch näher – am Handgelenk? Es fühlt im wahrsten Sinne des Wortes unseren Puls. Wollen Sie das? Bevor wir die Frage leichtfertig mit einer oberflächlichen Phrase beantworten, lohnt eine differenziertere Betrachtung der Argumente, die ins Feld geführt werden.

»Ich habe nichts zu verbergen«. So mag ein junger gesunder Spießer argumentieren. Aber das ist extrem kurzsichtig. Sobald ein Zipperlein dazukommt, kann sich das von einer Sekunde auf die andere ändern. Oder wollen Sie Ihre Herzrhythmusstörungen bei Apple wissen? Unter Umständen wissen die das schon vor Ihnen und schicken Ihnen im angenehmsten Fall Werbung für entsprechende Herzmedikamente. Im ungünstigeren Fall werden die Informationen in eine Datenbank eingespeist und für teures Geld an Gesundheitsdienstleister oder potentielle Arbeitgeber verkauft. Nicht, dass Sie nichts vom Profit, der mit Ihren Daten erzielt wird, abbekommen, die Daten könnten Ihren weiteren Lebensweg nachhaltig beeinflussen. Aktuell sicher nicht mit deutschen Datenschutzgesetzen vereinbar, aber wer weiß was kommt.

Selbstoptimierung oder »Big Brother ist watching you« Das Thema aus den großen Romanen von Alois Huxleys „Schöne neue Welt“ der George Orwells „1984“wurde und wird von einer großen Anzahl von Menschen als Bedrohungen empfunden. Gerade im Zusammenhang mit Googles Analysen des Suchverhaltens, Amazons Profiling oder Facebooks Datenschutz wird diese Diskussion hoch emotional geführt. Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieselben Menschen viel sensiblere Daten – zum Beispiel im Zusammenhang mit Ihrem Gesundheitszustand – im Namen und zum Zwecke der Selbstoptimierung an irgendwelche Apps geben, wo sie weder wissen, wem diese gehören noch was mit den Daten geschieht.

»Es dient der Sicherheit« Wer könnte etwas dagegen haben, dass sich die Sicherheit verbessert, sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene? Natürlich niemand und die Bereitschaft, dafür ein paar Daten beizutragen ist auch groß. Aber wo ist die Grenze? Gibt es sie überhaupt. Ich glaube ja und sie hat sich in den letzten Jahren stark verschoben. Um das hier gleich klarzustellen: Ich glaube nicht, dass es absolute Sicherheit gibt (siehe Blogbeitrag von 09.04.2015). Und genau deshalb sollten wir – auch und gerade im Namen der Sicherheit – nicht jegliche Privatsphäre aufgeben. Denn Sicherheit hat seinen Preis, der in diesem Fall nicht gleich Überwachung, aber doch die Überwachungsmöglichkeit ist. Das mag im geordneten Umfeld einer westeuropäischen Demokratie nicht weiter problematisch erscheinen. Aber schon bei Stichwort NSA oder auch beim Vorgehen eines Herrn Erdogan kann sich das ändern. Und diese Staaten liegen nicht am anderen Ende der Welt, sondern gehören mehr oder weniger zu Europa.

Deshalb prüfe, wer sich laufend eine iWatch umbindet. Apropos Sicherheit: Versichern können wir Ihre iWatch natürlich, z.B. über die Hausratversicherung.

 

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