11.03.2015

Kategorie(n): Allgemein, Rente

ILLUSTRATION SENIOR

Vielleicht wäre die bessere Überschrift gewesen: „Wer stoppt Nahles?“. Aber vielleicht doch ein bisschen zu boulevardesk, man hat ja auch noch einen Anspruch an sich selbst. Halten wir uns also an die Fakten und auch die machen es nicht wirklich besser:

Denn es scheint hier aufgrund einer klassischen Fehleinschätzung der Politik zu einer Kostenexplosion zu kommen, wie die „Welt“ berichtet, lagen im ersten Jahr, also bis Juli 2015, die Prognosen bei 240.000 Anträge auf die Rente mit 63. Diese Zahl ist Ende Februar also nach rund einem Dreivierteljahr schon erreicht. Was macht die Politik? Wie so oft in solchen Situationen, lanciert sie beschwichtigende Meldungen: Laut Frau Nahles gibt es „keinen run“, denn bis Ende Dezember 2014 hätten 240.000 Versicherte einen Anspruch gehabt, aber „nur“ 206.000 hätten ihn in Anspruch genommen. Wenn ich nach einem halben Jahr schon 85% Zielerreichung habe, da klatscht jeder Vertriebler in die Hände. Aber darum geht es ja hier nicht. Hier wird ja nichts verkauft, vielmehr verschenkt oder besser (um)verteilt – zu Lasten der jungen Generation.

Die Rente mit 63 ist reine Klientel-Politik für die klassischen SPD-Facharbeiter-Wähler. Die sind aber im Vergleich mit anderen eh schon gut versorgt, da sie in der Regel viele Beitragsjahre , geradlinige Arbeitslebensläufe ohne große Lücken und ein ordentliches Gehalt hatten. Da gäbe es andere, die das dringender brauchen. Da wird irgendwo hin umverteilt, wo eh schon viel liegt schade.

Als Mittvierziger mit drei Kindern macht mir das nicht wenige Sorgen. Da werden mal schnell – wider jegliche demographische Vernunft – 50 oder 100 Milliarden verblasen, je nach Betrachtungsweisung und Zeitraum. Es ist nicht so, dass ich meine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung ungern bezahle. Die Generation, die jetzt in Rente ist, hat zum Teil harte Kriegsjahre erlebt und unser Land aus Schutt und Asche wieder aufgebaut, daher ist das absolut fein. Aber wenn diejenigen, denen es eh schon gut geht, dann noch Geschenke bekommen, dann wird es manchmal schwierig, das nachzuvollziehen und das als „gerecht“ zu empfinden. Denn der Faktor Zeit ist unumkehrbar und Leistungen, die einmal erbracht wurden, können nicht mehr zurückgeholt werden und selbst das zurückdrehen ist politisch nur sehr schwer durchsetzbar.

Deshalb werde ich weiter dagegen anschreiben und eine Politik einfordern, die meinen Kindern Rentenbeiträge von 30% erspart und ihnen somit die Möglichkeit gibt noch über einen relevanten Teil ihres Einkommens zu verfügen. Das wäre Generationengerechtigkeit.

 

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