20.03.2015

Kategorie(n): Aktuelles, Allgemein

Totgesagte leben länger, sagt der Volksmund. Aber die Blockpolice, das sind einseitige Anträge, die wie ein Schreibblock gebunden und abreißbar sind, das gab es mal in der Zeit, die von manchen „die gute alte“ genannt wird, also in der Zeit vor Vermittlerrichtlinie und vor VVG-Reform.
Ob diese Zeiten so gut waren, sei mal dahingestellt. Die Ansprüche, die die Branche an sich selbst stellte, waren in jedem Fall niedriger und deshalb gab es auch Blockpolicen. Und nun sind sie wieder da und werden sogar aktiv beworben: In der aktuellen Ausgabe der AssCompact und zwar von der Deutschen Familienversicherung.

„Antrag mit praktischen DIN-A6 Taschenformat. 10 Anträge in einem Block.“

„Antrag mit praktischen DIN-A6 Taschenformat. 10 Anträge in einem Block.“

Als ich die Anzeige gesehen habe, habe ich mich innerlich erst Mal geschüttelt. Die Überschrift „Während andere noch blättern, haben Sie bereits verkauft“. Das klingt irgendwie nach „quick-and-dirty“! Und ganz ehrlich: In welcher Zeit leben wir? Welches Bild vom Makler hat die DFV? Würden seriöse Kollegen sowas einsetzen? Ich hoffe nicht und ich glaube es nicht – nein, ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das kein seriöser Makler einsetzen wird! Und ich sage Ihnen auch warum, denn es gibt viele Gründe:

Blockpolice: Das passt einfach nicht mehr in die Zeit. So geht heute Kundenberatung eben gerade nicht. Ich bringe drei Zettel mit, Fülle ein paar Daten ein, mache ein paar Kreuzchen, reiß den Antrag ab und dann rechts unten, fest durchdrücken, der Durchschlag ist für Sie. Blöd nur, dass es bei der Blockpolice nicht mal einen Durchschlag gibt. Alles nicht vertrauenserweckend.

Format: Das Format ist A6, das beutet 10 x 15 cm. Was der Sinn und Zweck dieser Verkleinerung ist, erschließt sich mir nicht. Es geht ja nicht darum, diese Unterlagen per Post in der Gegend rumzuschicken, in einem solchen Fall kann eine derartige Miniaturisierung noch angehen, denn das spart Gewicht und damit Porto. Aber bei der Blockpolice und bei der Zielgruppe 50plus, denn das sind ja diejenigen die Pflegeversicherung machen. Meine Tasche hat genügend Platz für A4 – oder wenigsten A5 – Dokumente und ich bin auch noch körperlich in der Lage, das Gewicht zu bewältigen. Also nicht nur kein erkennbarer Nutzen, sondern zusätzliche Probleme: Es schränkt den Platz für die Felder ein, die ausgefüllt werden müssen, diese werden unnötig klein und damit wird das Ausfüllen lästig. A6 – Thema verfehlt, Note 6, setzen.

Schriftgröße: Ich habe es mit unserer Graphikabteilung nachgemessen. Das Kleingedruckte auf der Rückseite hat keine 6 Punkt Schriftgröße, wir haben es auf 5,5 Punkt taxiert. Ein Unding gerade für die Zielgruppe der Pflegeversicherung. Das fällt mir als Mitvierziger mit Lesebrille schwer zu entziffern. Damit Sie sich selbst ein Bild machen können haben wir die Rückseite des Antrages hier in Originalgröße abgebildet. Sehen Sie selbst. Für mich ein absolutes No-Go.

Gesundheitsfragen: Und in diesem Stil geht es weiter. Auf der Vorderseite des Antrags heißt es „…und die Gesundheitsfrage (Buchstabe B) auf der Rückseite gelesen, verstanden und beantworte die Gesundheitsfrage insgesamt mit „Nein“. “ Respekt. Da ist die Antwort auf die Frage gleich mit eingedruckt. Da muss man sich nicht mal mehr die Mühe machen, noch irgendwas anzukreuzen. Ich bin kein Jurist und auch kein Antragsexperte, aber dass sowas erlaubt ist, wundert mich irgendwie, denn das öffnet doch dem Übersehen, Vergessen, unbewussten Handeln oder wie man immer es nennen will Tür und Tor. Das würde mich wirklich interessieren, wie ein Richter dieses Antragsdokument im Fall der Anfechtung durch den Versicherer wg. vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung beurteilt.

Vorgedrucktes Beratungsprotokoll: Gibt es noch Steigerungsmöglichkeiten? Ja, auch wenn es schwer zu glauben ist. Das ebenfalls bereits vorgedruckte Beratungsprotokoll. Da gibt es folgende Kategorien:

  • Kundenwünsche / Anlass der Beratung
  • Kundenbedarf
  • Rat und Begründung
  • Kundenentscheidung

Alle Antworten sind vorgedruckt. Glauben Sie nicht? Auch dieses Dokument haben wir abgebildet. Sozusagen die Erfindung des Einheitsberatungsprotokolls. Auch gibt es nicht mal ein freies Feld in das man noch irgendeinen individuellen Aspekt eintragen könnte.
Heerscharen von Juristen, Verbandsvertretern, Makler und Mitarbeiter von Versicherungsgesellschaften zerbrechen sich den Kopf, was alles und wie individuell es dokumentiert sein muss, um rechtssicher zu sein. Und was macht die DFV? Sie druckt ein Beratungsprotokoll für alle. One Size fits all sozusagen. Kundenname einfügen, unterschreiben, fertig. Das ist schon irgendwie dreist.

Als Fazit zwei Dinge:

  1. Die Branche schießt sich durch gut gemeinte – aber das ist ja bekanntlich das Gegenteil von gut gemachten – Aktionen immer wieder selbst ins Aus. Schade.
  2. Wenn Sie das als Kunde lesen und Interesse an einer Pflegeversicherung haben, dann lade ich Sie jetzt erst Recht zu einem persönlichen Beratungsgespräch bei Hoesch & Partner ein. Und ich verspreche Ihnen, dass Sie bei uns keinen Antrag vom Block äh von der Stange bekommen, sondern eine individuelle und maßgeschneiderte Lösung, die Ihre Lebenssituation und Ihren Bedarf berücksichtigt. Vereinbaren Sie einfach online oder telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen Termin.
 

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