15.01.2015

Kategorie(n): Allgemein, Altersvorsorge

nainablabla574x250Twitter ist eine Macht. Ein Tweet kann die Welt verändern. Das ist vielleicht ein bisschen zu dick aufgetragen, aber zumindest kann er eine bundesweite Diskussion auslösen. Bestes Beispiel: Die bis dahin unbekannte 17jährige Schülerin Naina twittert „Ich bin fast 18 und habe keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ´ne Gedichtanalyse schreiben. In vier Sprachen.“

Alle führenden Medien schreiben und berichten darüber, viele Personen des öffentlichen Lebens nehmen dazu Stellung, manche von Berufs wegen wie die deutsche Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Nun war Schule schon immer ein emotionales Thema, jeder hat Erfahrungen damit und im Zeitalter von Helikopter-Eltern, G8 und Studienplatzklagen wird es nicht weniger emotional.

Spätestens mit der Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahren im Rahmen von G8 wurde die Diskussion, was gehört in den Stundenplan, was kann, was muss gestrichen werden erbittert geführt. Wer als Eltern Kinder auf ein solches Gymnasium gibt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass wenig gestrichen, dafür versucht wird, praktisch denselben Stoff auf weniger Zeit zu verteilen. Und natürlich haben auch die Eltern eine Verantwortung, die „Alltagstauglichkeit“ und „praktische Lebenskompetenz“ ihrer Kinder sicher zu stellen. Aber die Einschätzung, dass wirtschaftsrelevante Themen egal ob in einer volkswirtschaftlichen Dimension oder auf der persönlichen Ebene eher zu kurz kommen, steht noch im Raum. Was also tun?

Patentlösungen gibt es nicht, aber zwei Ideen möchte ich in die Diskussion einbringen:

  1. Lehrerfortbildung: Es kann nur kompetent vermittelt werden, was auch bei den Lehrkräften verankert ist. Deshalb muss hier angesetzt werden und zwar fächerübergreifend: Erdkunde, Gemeinschaftskunde, Geschichte, Deutsch…
  2. Eine Chance für die Branche: Hier gutes Material und entsprechende Unterstützung zu liefern, könnte eine Chance für die Versicherungsbranche sein, sich zu positionieren. Wer Zusammenhänge versteht, kann sie besser beurteilen. Bei den teils emotionalisierten, teils ideologisch belasteten Diskussion über Versicherungen könnte das nicht schaden und für die Branche ein sinnvolles Ziel sein.

Einfach wird es nicht werden, mehr Wirtschaftswissen in die Schule zu bekommen und dort zu vermitteln. Ich meine aber, dass es notwendig und hilfreich ist. Ein weites und lohnendes Arbeitsfeld für die Verbände, Unternehmen und handelnde Personen der Branche.