20.11.2014

Kategorie(n): Aktuelles, Allgemein

procheck24Der Autor dieses Artikel ist sauer und er ist zornig. Und er hofft, dass er das rüberbringt und mit diesem Ärger und diesem Zorn noch ein paar Leute anstecken kann. Jetzt lässt er seinen Gefühlen erst mal freien Lauf.

Ende Oktober auf der DKM: Ich bin im Eingangsbereich vor den Hallen und laufe sowohl physisch als auch im übertragenen Sinne gegen ein Plakat der Firma procheck24. Wie dieses Plakat aussieht ist im Facebook-Account von procheck24 zu begutachten.

Ich denke nur „Idioten“, nix dazu gelernt. Immer schön die niederen Instinkte der Männer ansprechen: „Mit uns können Sie machen, was Sie wollen.“ Auf dem Plakat sind zwei gutaussehende Mädels mit eindeutig-zweideutigem Blick. Auf den Bildern sind auch ein paar Jungs zu sehen, die T-Shirts mit dem gleichen dämlichen Spruch tragen. Dann gehen die Hallentore auf, der enge Terminkalender spült mich über die Messe, das Plakat streife ich nochmal am Ausgang, aber ich bin zu müde, um etwas zu Papier zu bringen.

Letzte Woche schlage ich dann die Zeitschrift AssCompact auf und stolpere über eine Anzeige von procheck24. Die gleiche Scheiße wieder: „Mit mir reicht schon eine Minute…“, dazu lächelt eine dunkelhaarige Schönheit, die lasziv den Zeigefinger in den Mund steckt. Jetzt reicht´s, jetzt muss ich was schreiben und zumindest mal ein paar Fragen stellen:

Frage an die männerdominierte Versicherungsbranche: Seid Ihr wirklich so tumb strukturiert, dass Euch derartige Werbung anspricht?

Frage an die Versicherungsbranche (auch an die Frauen): Wollen wir so einen Mist ohne Widerspruch dulden und einfach drüber hinwegsehen? Wer ist bereit, den Mund aufzumachen und seinen Standpunkt zu artikulieren? Solche Kommunikation schadet uns allen, weil ein prominenter Marktteilnehmer wie procheck24 damit dem Branchenimage schadet.

Frage an procheck24: Könnt Ihr es nicht besser oder findet Ihr das einfach so gut, dass Ihr Euch nichts anderes überlegt? Ich finde es arm und peinlich.

So, das musste mal raus, weil es mir echt auf den Zeiger geht, dass ein prominenter Marktteilnehmer für vermeintlich kurzfristigen Gewinn (mehr Standbesucher, mehr Rechnernutzer) den guten Geschmack und die gute Kinderstube über Bord geworfen werden. Noch schlimmer: Es wird billigend in Kauf genommen, dass die Branche weiter in der Schmuddelecke bleibt bzw. von den eigenen Playern wieder in dieser Richtung geschoben werden. Traurig, unprofessionell, peinlich.

 

Ein Gedanke zu „Procheckst Du noch oder hast Du Dein Frauenbild schon reflektiert“

  1. Upps, … da ist einer zwischen den Türmen, der gegen Windmühlen zu kämpfen nicht zu müde ist. Eigentlich finde ich das richtig gut ! Doch, auch ich bin nur ein Mann – wie übrigens die Mehrheit der Versicherungsmakler – und auch ich sehe gern hübsche Frauen. In nature und auf Plakaten. Häufig nehme ich die Werbeaussage dieser Plakate gar nicht wahr, sondern mache mir eher Gedanken wie … „… hübsch … aber die Frisur ? …“. Selbst wenn ich Bild und Werbeinhalt wahrnehme, gerate ich selten in eine Gedankenschleife, die sich mit Frauenfeindlichkeit oder negativer Besetzung von sexistischem Inhalt befasst. Lässt mich das also kalt ? Ist es mir egal ? Nein ! Nur … ich nehme es einfach nicht ganz so ernst. Und … ich stehe auf dem Standpunkt, dass niemand diese fotogenen Frauen zwingt, für eine Werbeaussage zu posieren. Für mich fängt Frauenfeindlichkeit und Sexismus eigentlich erst dort an, wo eine Freiwilligkeit nicht mehr gegeben ist und die „Objekte“ ohne Wissen und Einverständnis zu Werbezwecken persönlich „mißbraucht“ werden. Alles Sache der Einstellung und der Prioritäten, finde ich. Ich habe jedoch auch nichts dagegen, wenn jeman etwas dageben hat.

    In diesem Sinne. Weiter mit der differenzierten Betrachtung unserer Umwelt!

    Grüße
    FRF

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