26.11.2014

einmalbeitraege-private-krankenversicherung[Gastbeitrag von Dirk Kinzenbach, Dipl. Betriebswirt (BA) | Allianz Private Krankenversicherungs-AG]

Dass Krankenversicherungsbeiträge steuerlich geltend gemacht werden können, ist ja längst allgemein bekannt. Dieser Umstand kann auch genutzt werden, um – je nach individueller Steuersituation – in Form einer Vorauszahlung (hier allerdings nur in begrenztem Umfang) für zukünftige Beiträge oder für Senkung für die Beiträge im Alter zu sorgen.

Immer wieder gibt es hierzu Rückfragen auch und gerade von Steuerberatern. Deshalb hat die Allianz Private Krankenversicherung dazu eine kleine Handreichung mit den wichtigsten Argumenten und Antworten auf die wesentlichen Fragen entwickelt:

Gastautor

Dirk Kinzenbach

Dipl. Betriebswirt (BA)

Allianz Private Krankenversicherungs-AG

Die mit dem Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung vom 16. Juli 2009 ins Einkommensteuergesetz eingefügten Regelungen zur umfassenden Abziehbarkeit von Basiskrankenversicherungsbeiträgen als Vorsorgeaufwendungen ab dem 1. Januar 2010 wurden durch das Jahressteuergesetz 2010 vom 8. Dezember 2010 eingeschränkt. Dadurch sollen „missbräuchliche Steuergestaltungen“ verhindert werden.

Dementsprechend wurde die Abzugsfähigkeit von Beitragsvorauszahlungen für künftige Jahre als Sonderausgaben in § 10 EStG entsprechend begrenzt. Durch die gleichzeitige Einführung einer Rückausnahme sind (Einmal-)Beiträge für eine unbefristete Beitragsminderung des Krankenversicherungsbeitrages nach Vollendung des 62. Lebensjahrs nach wie vor ohne Begrenzung abziehbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 4 letzter Halbsatz EStG in der Fassung des JStG 2010). Aus der zugehörigen Gesetzesbegründung in der BT-Drucksache Nr. 17/3549 ergibt sich explizit, dass der Gesetzgeber entsprechende Beiträge für eine dauerhafte Beitragsminderung im Alter nach wie vor unbegrenzt fördern will:

„Beiträge zum Erwerb eines Basiskranken- und gesetzlichen Pflegeversicherungsschutzes im Alter können allerdings weiterhin unbegrenzt im Jahr des Abflusses abgezogen werden, soweit der Steuerpflichtige wirtschaftlich endgültig mit ihnen belastet ist und sie nicht zurückgefordert werden können (kein Rückzahlungsanspruch). Derartige Aufwendungen haben einen ähnlichen Charakter wie Altersvorsorgeaufwendungen und sollen daher abziehbar sein.“

Im Gegensatz zu der gleichzeitig eingeführten Begrenzung des Sonderausgabenabzugs für allgemeine Beitragsvorauszahlungen, wollte der Gesetzgeber ausweislich der Gesetzesbegründung in Bezug auf Beitragsvorauszahlungen für dauerhafte Beitragsminderungen im Alter gerade keine Beschränkung des Sonderausgabenabzugs. Das Bundesfinanzministerium teilt nach unserer Einschätzung grundsätzlich diese Auffassung (vgl. BMFSchreiben vom 19. August 2013, Randziffern 88 und 126).

Wir sind daher der Auffassung, dass die im Rahmen der „Vorsorgekomponente V“ geleisteten Einmalbeiträge stets im Jahr der Entrichtung vollständig als Sonderausgaben abzugsfähig sind, soweit diese zur Verminderung der Beiträge zur Basiskrankenversicherung erbracht werden.“

Diese Information sowie die zitierten Fundstellen haben wir zu Ihrer Information als PDF aufbereitet, die hier heruntergeladen werden kann. Die Mitarbeiter von Hoesch & Partner stehen Ihnen gerne für weitere Fragen und individuelle Angebote zur Verfügung. Vereinbaren Sie einfach online oder telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen Termin.

 

1 Kommentar

Danke für die PDF-Datei, sind sehr hilfreiche Informationen. Ist als unwissender oft sehr schwer sich durch den Papierkram selber durchzuschlagen.
LG