13.11.2014

Kategorie(n): Allgemein, Altersvorsorge

altersarmutDie Beiträge sind stabil, die Rücklage auf einem Rekordniveau von über 33 Milliarden, die Leistungen für die Versicherten steigen. Was will man mehr. Alles auf Grün in der Gesetzlichen Rentenversicherung. Die Symptome täuschen, der Patient erlebt ein kleines Hoch, kurz vor dem „Desaster“ wie es Peter Thelen im Handelsblatt formuliert. Aber der Reihe nach.

Woran liegt es, dass es der Gesetzlichen Rentenversicherung im Moment so gut geht?Es sind vor allem zwei Gründe zu nennen:

  1. Die Konjunktur brummt, die Zahl der Beschäftigten und damit der Beitragszahler liegt auf Rekordniveau. Das füllt die Kassen.
  2. Hinsichtlich der langfristen Entwicklung macht die Gesetzliche Rentenversicherung gerade eine „demographische Pause“, wie Thelen es nennt. Bedeutet: Jedes Jahr gehen ungefähr so viel Menschen in Ruhestand – und beziehen damit Leistungen – wie Menschen in Rente versterben. Dadurch bleibt das Verhältnis von Einzahlern zu Rentenbeziehern stabil.

Experte Altersvorsorge

Michael Reeg

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Die Bundesregierung nutzt diese positive Entwicklung für eigene Ziele: Der Zuschuss aus Steuern wird gesenkt, damit die schwarze Null im Haushalt steht, eine eigentlich fällig Beitragssenkung wird umgangen, um die Klientelpolitik wie die Rente mit 63 zu finanzieren. Aber das wird demnächst nicht mehr funktionieren. Denn nun gehen die Babyboomer in Rente, die Geburtenstarken Jahrgänge, die zwischen 1950 und 1970 zur Welt gekommen sind. Aktuell sind sie noch viele und kräftige Beitragszahler, in den 2030er Jahren ist das dann endgültig vorbei, da will diese Generation satte Renten beziehen. Und es wird dann acht Millionen Erwerbstätige und damit acht Millionen Beitragszahler weniger geben. Die Politik ignoriert das, denn alle Prognosen enden 2030. Bis dahin lässt sich der Laden durch Absenkung des Rentenniveaus und moderate Beitragsanpassungen noch am Laufen halten. Norbert Blüm ist bis dahin rein statistisch betrachtet sehr wahrscheinlich tot, Angie Merkel vielleicht Bundespräsidentin, UNO-Generalsekretärin oder einfach in der sicheren Rente.

Was also tun? Peter Thelen liefert die nüchterne, aber unmissverständliche Antwort: „Dies bedeutet, dass Versicherte, die nicht rechtzeitig durch einen Riester-Vertrag, eine Betriebsrente oder eine andere Kapitalanlage vorgesorgt haben, mit hundertprozentiger Sicherheit im Alter arm sein werden.“ Bumm, das sitzt. Wenn Sie über eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge oder eine Geldanlage finanzielle Sicherheit im Alter anstreben, sind wir von Hoesch & Partner gerne an Ihrer Seite. Vereinbaren Sie einfach online oder telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen Termin.

Und was wird aus der gesetzlichen Rentenversicherung? Sie könnte zur teuren (Beitragssätze über 22%) Nicht-mehr-Grundversorgung mit schlechten Leistungen (Rentenniveau unter 40%) verkommen. Kann das noch verhindert werden? Ja, schreibt Thelen: „Dazu müsste endliche die Renten mit 67 konsequent umgesetzt werden. Die ergänzende Vorsorge müsste endlich ausgebaut werden, etwas indem künftig jeder Arbeitnehmer eine betriebliche Altersvorsorge erhält, wenn er sich nicht explizit dagegen entscheidet.“ Und wenn die Politik endlich aufhört, sinnlose Wahlgeschenke wie die Rente mit 63 zu verteilen.