20.10.2014

Kategorie(n): Buchvorstellung

endlich-wieder-am-meerWas ein Wochenende im Oktober: Gefühlte 25 Grad, stahlblauer Himmel, Sonne satt. Neuer Wein oder ein Vanilla Latte auf der Terrasse – oder beides, nur die Frage in welcher Reihenfolge. Dazu ein gutes Buch, in diesem Fall „Endlich wieder am Meer“ von Udo Schroeter. Nicht mal der Bahnstreik kann meine Laune trüben (obwohl das eine maßlose Sauerei ist, aber das wäre ein extra Beitrag).

Was macht „Endlich wieder am Meer“ so besonders (genau genommen die Fortsetzung von „Bin am Meer“)? Ein schönes Buch. Angefangen bei der Gestaltung und der Haptik. Das Papier fühlt sich gut an, die Bilder sind treffend gewählt, der Text hat typografisch Raum bekommen. Das macht so ein Buch auch äußerlich wertvoll. Und der Inhalt? Ein herausforderndes Buch. Es geht um das Leben, um das Fischen und was beides miteinander zu tun hat. Aber lesen Sie einfach selbst:

„Leif begann, mit ein paar Steinen das Wasser des kleinen Baches zu stauen. Mehr und mehr Steine legte er dem Bach in den Weg, und vor dem kleinen Damm geriet das Wasser mehr und mehr ins Stocken.
Du meinst, ich lege mir selbst die Steine in den Weg?
Ja, du beginnst früh im Leben damit, deinen spirituellen Lebensfluss zu hemmen. Erinnerst du dich an die negativen Glaubenssätze von gestern? Leif schaute zu mir herüber und wiederholte, ohne meine Antwort abzuwarten, Satz für Satz unseres gestrigen Gesprächs: Nein, das tut man wirklich nicht! Das Leben ist kein Wunschkonzert! Die Nachbarn sollen Gutes denken! Lebe nicht deinen Traum, sondern lebe, was dein Verstand dir sagt! Haste was, biste was! Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Nein, das lasse ich lieber…
Mit jedem Satz, den er sprach, platzierte er einen weiteren Stein in dem Bach. Jeder dieser negativen Glaubenssätze ist ein Stein in deinem spirituellen Staudamm. Leif schaute mich mit seinem klaren Blick an und fügte dem kleinen Damm weitere Steine hinzu. (S.49)

„Ja, warum eigentlich nicht?, fragte ich mich leise.
Dein Wille und dein Glaube an dich selbst, das ist das Handwerkszeug, daran festzuhalten, dass das eigene Manuskript als einziges unter Tausenden irgendwann zwischen zwei Buchdeckeln landet, der eigene Song tatsächlich eines Tages im Radio gespielt wird… Wenn du Dinge tust, tu sie in dem festen Glauben daran, dass du Erfolg haben wirst, sonst brauchst du gar nicht erst da reinzugehen. Leif schaute auf die tiefe Rinne vor dem Kastanienbaum.“ (S. 61)

„Ja, aber was die Menschen nicht verlieren, ist die Ahnung, dass das Leben mehr für sie bereit hält als den bloßen Existenzkampf, gemessen an Kontoständen und Krankenakten.“ (S. 74)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine Woche, in der Sie das Leben spüren und genießen.