24.09.2014

Kategorie(n): Allgemein

standard-life-campus-tageStandard Life hat sich entschieden, dieses Jahr nicht auf die DKM (die IAA der Versicherungsbranche) zu gehen. Alternativ dazu wurde ein neues Format entwickelt: Die Standard Life Campus Tage. Seit gestern kommen über drei Tage verteilt knapp 250 Maklerkollegen jeweils für einen Tag nach Frankfurt. Die Veranstaltung startet jeweils mit einer Podiumsdiskussion. Ich hatte gestern das Vergnügen, auch mitzudiskutieren, u.a. mit Oliver Lang, Vorstand BCA und Marco Ambrosius, dem Vertriebschef von Standard Life.

Es würde hier den Rahmen sprengen, die komplette 90minütige Diskussion wiederzugeben. Ich beginne mal mit meinem Eingangsstatement, das jeder Diskutant zu Beginn abgeben durfte, so dass meine verehrte Leserschaft eine Idee hat, was mich zu dem Thema Zukunft des Versicherungsmarktes so beschäftigt:

Ich erwarte einen Markt, der sich eher schleichend, aber sehr grundsätzlich ändern wird. Das bietet uns allen die Chance, uns darauf einzustellen und uns entsprechend fit zu machen. Es birgt aber auch die Gefahr, dass einige zu spät reagieren.
Ich sehe drei entscheidende Treiber dieser Veränderung, nämlich:

  1. Demographischer Wandel, das betrifft sowohl die Kunden als auch die Vermittlerschaft
  2. Digitalisierung, das betrifft sowohl das Kundenverhalten als auch die Prozesse zwischen Produktgebern und Vermittlern
  3. Regulierung: Auch hier sind sowohl Vermittler als auch Produktgeber betroffen

Gewinnen werden die sein, die rechtzeitig und konsequent auf die Veränderung reagieren!

Im Folgenden möchte ich nun versuchen, die wichtigsten Diskussionspunkte und Erkenntnisse zusammen zu fassen:

  • Es waren sich viele einig oder zumindest gesprächsbereit, dass die Gesamtvergütung erhalten bleiben muss, auch wenn sie anders als nur zu Beginn des Vertrages verteilt werden muss.
  • Allerdings gab es aus dem Publikum auch heftigen Widerspruch und zwar in der Form, dass eine Verlängerung der Provisionshaftungszeit oder eine höhere laufende Provision – was eine Provisionshaftung bis Ende des Vertrages bedeutet – ein absoluter NoGo sind.
  • Tatsächlich Einigkeit herrschte, dass in der Außenvertretung der Branche durch Verbände mehr getan werden muss. Und vor allem, dass Versicherer und Vermittler hier zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen müssen.
  • Ein einfaches „weiter so“ wird es von den Versicherern nicht geben. Zum einen drücken die Kosten, zum anderen besteht auch die Gefahr, dass ein „weiter so“ dazu führt, dass der Gesetzgeber die regulatorische Keule auspackt, wenn die Versicherer nichts ändern und Provisionen dann gedeckelt oder gar verboten werden.

Ein bisschen detaillierter habe ich meine Gedanken in einem Buch mit dem Titel „Future Ready“ dargelegt, das auf den Campus Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt wird (hier dazu mehr am Freitag). Ja, es ist in diesem Fall wirklich so, dass die reale Welt schneller ist als die virtuelle. Aber ich bin überzeugt, dass sich das Warten lohnen wird. Morgen stelle ich dann zum Ausgleich ein anderes Buch exklusiv und als erstes hier im Blog vor. Eine Weltpremiere sozusagen. Ah, nicht ganz – in den Future Ready-Exemplaren ist bereits Werbung dafür drin.