16.09.2014

Kategorie(n): Allgemein

mehr-rente-wer-zahlt
Seit 1. Juli 2014 kursiert regelmäßig ein schöner Name durch die Presse: „RV-Leistungsverbesserungsgesetz“ – Hilfe! Was ist das denn?

Der Name klingt doch erstmal gut. Es scheint etwas verbessert worden zu sein und anscheinend auch an der Rente. Das ist doch mal etwas. Schließlich wissen wir ja, dass das System gesetzliche Rente am bröckeln ist. Immer weniger junge Beitragszahler müssen die Renten der vielen Rentner bezahlen. Das System geht nicht auf und das Problem der Finanzierung der gesetzlichen Rente wird sich in Zukunft durch geburtenschwache Jahrgänge noch verstärken. Wenn diese Problematik nun in einem neuen Gesetz verankert wird, ist dies vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung, oder?

Bei intensiverer Betrachtung des Themas stellt man allerdings schnell fest: Von dem neuen Gesetz profitieren nur ganz ausgewählte Gruppen. Und deren Vorteil kostet alle Beitragszahler Milliarden. So hätte es die FAZ mit der Beschreibung „Nur Dumme arbeiten länger… Viel schlimmer hätten die Ergebnisse der Rentenreform nicht ausfallen können“ (FAZ, 26.05.2014) nicht besser treffen können.

Und so ist es auch. Der vom Bundestag am 23.05.2014 beschlossene Entwurf des RV-Leistungsverbesserungsgesetzes beinhaltet im Wesentlichen vier Komponenten:

  • die Rente ab 63
  • die Mütterrente
  • die Erhöhung der Erwerbsminderungsrente
  • verbesserte Reha-Leistungen

Für den Einzelnen sind es geringfügige Verbesserungen. So profitiert eine Mutter mit einem vor 1992 geborenen Kind z.B. von etwas weniger als 30 € mehr Rente im Monat. Die Erhöhung der Erwerbsminderungsrente macht ca. 40 € monatlich aus. In der Summe reißt das neue Gesetz aber ein zusätzliches Loch in die Rentenkasse, das in der Zukunft kaum zu finanzieren ist. Wie können diese neuen Kosten gedeckt werden, wenn heute doch schon klar ist, dass die derzeitige Finanzierung des Systems schon nicht funktioniert?

Welche Konsequenzen könnte es also geben? Ein massiver Anstieg des Rentenversicherungsbeitrags? Eher unwahrscheinlich. Die Auswirkungen für den Arbeitsmarkt wären nicht tragbar. Jeder zusätzliche Prozentpunkt Sozialversicherungsbeitrag kostet nach einer Faustformel etwa 100 000 Jobs. Und es gibt doch auch eine viel einfachere Lösung. Die jungen Beitragszahler könnten doch die zusätzlichen Kosten des neuen Gesetzes tragen. Diese sind schon stark belastet, trauen dem System gesetzliche Rentenversicherung vielleicht auch nicht mehr, da machen doch ein paar Milliarden Mehrkosten auf deren Schultern nichts aus….

Und in Wirklichkeit wird diese Gruppe wahrscheinlich auch die Leidtragende sein. Was bedeutet das Gesetz also für heutige Beitragszahler? Drastische Leistungskürzungen in der Zukunft. Anders können die aktuellen Mehrleistungen doch gar nicht finanziert werden. Die Stiftung Marktwirtschaft hat herausgefunden, dass ein 60jähriger Arbeitnehmer durch das neue Gesetz einen Nutzen von bis zu 12.000 € hat. Einen heute 20jährigen hingegen kostet die Reform durchschnittlich 4.000 €.

verteilung-rente-alter

Bildquelle: Stiftung Marktwirtschaft

Junge Arbeitnehmer müssen mehr denn je über zusätzliche Vorsorge nachdenken. Die neuen gesetzlichen Änderungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Der sog. Generationsvertrag ist „out“. Er funktioniert nicht mehr. Deshalb gilt: Sorgen Sie rechtzeitig und ausreichend vor. Die Zeit, die in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden muss, ist noch sehr lang. Die Leistung, die am Ende aber rauskommen wird, ist sicherlich sehr klein… Deshalb sollten wir die Zeit nutzen und jetzt die Versorgung aufbauen, die später benötigt wird. Unabhängig von der gesetzlichen Rente!

Und wie das funktionieren kann, besprechen Sie am besten mit einem unserer Consultants, vereinbaren Sie dazu einen Termin online, oder telefonisch unter 069/71 707 540.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.