30.09.2014

Kategorie(n): Allgemein

schweizer-rentensystemDie Schweiz gilt ja vielen als Paradies auf Erden: Politisch neutral, viel direkte Demokratie, kaum Arbeitslosigkeit, die Landschaften wie aus dem Bilderbuch. Gut manchmal treffen sie interessante Entscheidungen, beschränken den Zuzug aus anderen Nationen oder sowas. Also ein bisschen eigenbrötlerisch, aber dafür wirtschaftlich erfolgreich und ansonsten heile Welt. Die Welt ist so heil, dass die Eidgenossen sogar Weltmarktführer bei der Lebenserwartung sind. Die F.A.Z. berichtet:„Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von knapp 83 Jahren haben sie inzwischen sogar die Japaner überholt, ganz zu schweigen von den Deutschen mit gut 80 Jahren. Die Hälfte der heute fünfundsechzigjährigen Schweizerinnen wird sogar älter als 90 Jahre.“

Obwohl die Schweizer eine der wohlhabendsten Nationen der Welt ist und ihr Rentensystem als vorbildlich gilt, kann selbst dieses Schweizer Präzisionsrentensystem, das z.B. eine obligatorische betriebliche Altersvorsorge vorsieht, nicht mehr ohne Korrekturen überleben. Nur die über 80jährigen sollen von Einschnitten verschont bleiben. Die Diagnose lautet wie folgt:

  • In der gesetzlichen Rente AHV klafft eine Finanzierungslücke von einer Milliarde Franken
  • Die betrieblichen Renten sind zu hoch und müssen gekürzt werden
  • Die staatlich geförderte private Vorsorge wird zu wenig genutzt – nur 50% der Bürger sorgen privat vor; die niedrigen Zinsen verführen zum Konsum und halten vom Sparen ab.
  • Es gibt keine staatliche Pflegeversicherung, daher treffen die steigenden Gesundheitskosten die Bürger im Alter mit voller Wucht.

Aktuell wiegen sich viele Schweizer in einer falschen Sicherheit. Wenn man die Rentenleistungen aus der AHV und der betrieblichen Vorsorge kapitalisiert, kommt man schnell auf einen Wert von 700.000 bis 1.000.000 Franken. Darüber hinaus wohnen viele Menschen im bezahlten Eigenheim und haben liquide Vermögen von mehr als 250.000 Franken. Aber nur 5% rechnen damit, dass Sie im Alter mal ins Pflegeheim müssen. Das Rentenalter ist bei 65 für Männer und 64 für Frauen. Die Zweifel am System wachsen, aber die Menschen reagieren noch nicht.

In Deutschland waren wir bis zur Einführung der Rente mit 63 und der Mütterrente auf einem guten Reformweg. Da hatten wir den Schweizern etwas voraus. Aber wir dürfen nicht nachlassen. Professor Bernd Raffelhüschen fordert bereits die Einführung der Rente mit 70. Zwar erst bis 2060, aber auch diese Diskussion wird uns nicht erspart bleiben.

Wenn Sie irgendwie wissen oder nicht ganz sicher sind, ob Ihre private oder betriebliche Vorsorge ausreicht, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt über den Abschluss eines weiteren Altersvorsorgebausteins nachzudenken, da der Garantiezins und damit die garantierten Rente zum 1.1.2015 gesenkt werden. Gleiches gilt für die Berufsunfähigkeitsrente, die ab Januar um bis zu 10% teurer wird. Vereinbaren Sie online oder telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen Termin.

 

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