11.08.2014

Kategorie(n): Allgemein

Eine gute Frage! Sie steht auf dem Titel der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Capital. Erst mal ein anderer Ansatz als letzte Woche beim Focus. Ausgangspunkt ist nicht nur die Frage, was das alles wohl kosten wird, sondern die der Lebensplanung. Die Redakteure hätten auch schreiben können: Wie will ich leben? Aber das wäre vielleicht etwas zu philosophisch oder gar zu esoterisch für ein Wirtschaftsmagazin. Dennoch werden die richtigen Fragen gestellt, die erst Mal nichts mit dem Geld zu tun haben oder darüber hinaus reichen.

Verpackt in wahre Geschichten sind, kommen diese Fragen daher: „Sollte er sich, wie es die meisten Kollegen in seinem Alter machen am Job festkrallen? In Altersteilzeit gehen, austrudeln Richtung Rente? Oder das Geld nehmen und noch mal was ganz Neues wagen, einen Traum verwirklichen?“ Mit diesen Fragen schlug sich Guido Keller, 20 Jahre beim Daimler, im Alter von 53 Jahren herum. Ihm winkten brutto 50 Monatsgehälter Abfindung. Und seine Antwort ist ehrlich: „Ich bin nachts aufgewacht, total verschwitzt, und habe mich gefragt: `Kann ich das jetzt annehmen?

Er hat es getan und eine Weinhandlung eröffnet, mit Erfolg. Eine Geschichte, die sich die nächsten Jahre millionenfach wiederholen wird, denn in den nächsten 15 Jahren stehen 20 Millionen Menschen in Deutschland vor dem Ruhestand. Nicht alle werden sich diese Fragen stellen, leider. Manche werden sie ignorieren, manche werden Sie verdrängen, manche werden keine Antworten finden, manchen wird der Mut fehlen, die Antworten, die sie finden, in die Tat umzusetzen. Und leider wird es auch die Fälle geben, in denen der Mut nicht belohnt werden wird und der Neustart nicht gelingt. Das nennt man Risiko. Aber soll man nur weil es schief gehen kann, nichts versuchen.

Was mir an dem Capital-Ansatz besonders gefällt, ist das klar beschrieben wird, worauf es ankommt:

  1. Wie sieht mein Lebensentwurf aus?
  2. Ein früherer Ausstieg kostet richtig viel Geld. Umkehrschluss: Wer länger arbeitet hat jetzt und später mehr Geld zum Leben.

Das ganze gipfelt in der krassen Überschrift der Capital-Analyse „Geld oder Leben?“ Das bringt es irgendwie auf den Punkt und macht Schluss mit dem ewigen Wolkenkuckucksheim des immer früheren Ruhestandes.

Fazit: Überlegen Sie, wie Sie leben wollen – wir helfen Ihnen zu berechnen, was es kostet. Und die gute Nachricht: Es geht nicht nur durch mehr sparen, sondern auch durch ein Absenken der Ansprüche.

 

2 Kommentare

Guten Tag Herr Mack,

seit längerem lese ich mit Freude ihren Blog. Sehr präzise, kurz und prägnant die wichtigsten Punkte erklärt sowie auch mit einem Hauch von Witz. Sehr lesenswert.

Allerdings sehe ich in Ihrer guten Nachricht im Fazit keine gute Nachricht für die Verbraucher.
Meiner Ansicht nach ist es viel schwerer seine Ansprüche herabzusenken, als von vorneherein zu sagen, dass dieses bestimmte Geld weggelgt wird. Denn nach der Zeit gewöhnt jeder Mensch sich an einen gewissen Standard, den er behalten will.

Grüße


Guten Tag Herr Hartwig, danke für die lobenden Worte, freut mich, dass Ihnen die Beiträge gefallen. Und ja, Sie haben recht, wir gewönnen uns alle schnell an einen gewissen Standard. Dennoch war es mir wichtig dieses Option auch hin und wieder zu thematisieren, da viele von uns auf einem Niveau sind, wo man was streichen kann und immer noch gut lebt. Geld früh und regelmäßig weglegen ist die Beste Option, da haben Sie recht. Wer aber nicht mehr so viel Zeit zum Weglegen hat, der muss sich auch mit der anderen Option des Runterfahrens beschäftign. Trotzdem schönes Wochenende. Gruß Oliver Mack