06.08.2014

Kategorie(n): Allgemein

Nach Umfragen wollen ca. 60 Prozent der Deutschen früher in Rente gehen als es die Regelaltersrente vorsieht. Demzufolge hat der Focus-Titel „Früher in Rente“ sicherlich einen Nerv getroffen. Mir gefällt natürlich auch der Untertitel „Vergessen Sie die Nahles-Gesetze“! Worum geht es? Es geht um die sehr konkrete Frage: Was kostet es in einem bestimmten Alter einige Jahre früher in Ruhestand zu gehen? Etwas emotionaler formuliert: „Wie viel Freiheit kann ich mir kaufen?“

Beim notwendigen Preisticket wird unterschieden zwischen Menschen, die eine Immobilie besitzen und solchen, die keine haben. Je nachdem wie alt die „Ich-will-früher-in-Rente-gehen“-Menschen sind. Zusammenfassend kann man sagen, dass jedes Jahr früher in Rente ca. 50.000 bis 60.000 EUR für ein Paar kostet. Das ist mal eine Zahl, mit der man kalkulieren kann. Und es zeigt eine Sache, die bei der Diskussion um frühere Renteneintritte in der gesetzlichen Rentenversicherung gerne vergessen wird: „Früher in Rente gehen kostet richtig Geld und irgendjemand muss es bezahlen.

Beim Focus-Money Artikel wird klar, dass jeder entscheiden kann, ob er dieses Geld für ein früheres Ende seines Arbeitslebens aufbringen will oder nicht. Wer das nicht kann oder will, der kann eben nicht früher aufhören. Wie ist nun das Pricing zu beurteilen? Was zwei Punkte betrifft, bin ich kritisch mit den getroffenen Annahmen.

  1. Die berechnete Rentenlücke wird nur bis zum 90. Lebensjahr geschlossen. Darauf wird nicht groß eingegangen, der Vermerk wird in einer Fußnote am Ende der jeweiligen Fälle „versteckt“. Das ist sehr schade, um nicht zu sagen, dass es fachlich falsch ist. Es verbessert zwar vermeintlich das Ergebnis, da ich natürlich weniger Kapital benötige, wenn eine Rente nur bis zum 90. Lebensjahr anstatt bis zum Lebensende reichen muss. Das Thema Langlebigkeit wird dadurch aber irgendwie ausgeklammert und das steigende Pflegerisiko, das vielleicht sogar einen höheren Finanzbedarf auslöst, wird erst recht ignoriert.
  2. Es werden bei der Zinsannahme verschiedene Szenarien hinsichtlich der zu erzielenden Rendite durchexerziert. Das ist grundsätzlich gut und richtig. Und auch das Postulat, dass es nicht ohne Aktien geht, verstehe ich. Wo es aber echt schwierig wird ist, wenn ein seriöses Magazin Hochrechnungen mit zehn und zwölf Prozent jährlicher Rendite abdruckt. Das ist gerade, wenn es um Altersvorsorge geht , nach den Erfahrungen der letzten Jahre, sehr bedenklich. Schade.

Es bleibt also ein guter Ansatz, mit manch fragwürdiger Detaillierung. Wenn Sie das ganze gerne persönlich auf Ihre Situation durchgerechnet haben wollen, vereinbaren Sie einfach online oder telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen Beratungstermin zur Rentenplanung bei Hoesch & Partner.