30.07.2014

Kategorie(n): Allgemein

appsichernSituative Versicherungen sind voll im Trend. Oder sind Sie schon Mainstream, wenn der Versicherungs-Dino und Marktführer Allianz in dieses Segment einsteigt? Erstmal zur Frage: Was sind das eigentlich, situative Versicherungen? Es geht um eine kurzfristige Absicherung für einen bestimmten Zweck. Der Klassiker ist die Unfallversicherung für eine Veranstaltung. Hier gibt es einige Startups wie z.B. appsichern.de oder mobilversichert.de. Und nun die Allianz.

Hier erst mal die Details zum Angebot der Allianz: Der Schutz „Rund um den Arenabesuch“ wird wohl zwei Euro pro Person kosten. Der Abschluss erfolgt für jedes Heimspiel online. Neben einer – dem Klassiker – lebenslangen monatlichen Unfall-Rente von 250 Euro erhält der Stadionbesucher 50% des Ticketpreises erstattet, wenn er unverschuldet mindestens 30 Minuten zu spät kommt. Für Schlüsselnotdienst und -wiederbeschaffung gibt es bei Schlüsselverlust bis zu 500 Euro.

Das Marktvolumen für diese Versicherung errechnet sich aus der Anzahl der Heimspiele: Wenn man Bundesliga, Pokal und Championsleague zusammen nimmt, sind es pro Saison ca. 25 Spiele. Bei 70.000 Besuchern pro Spiel gibt es also 1,75 Millionen potenzielle Kunden oder ein Umsatzpotenzial von 3,5 Millionen Euro. Realistisch betrachtet ist es natürlich viel geringer, da nur ein bestimmter Prozentsatz so eine Versicherung abschließen wird.

Warum beschäftigt sich also ein globaler Gigant der Versicherungsbranche wie die Allianz mit solchem Chicken-Shit-Business? Ganz einfach: Es steckt sehr viel Zukunftspotenzial drin. Im Moment ist die Wahrnehmung solcher situativer Versicherungen noch sehr gering und in der Presse eher zwiespältig, weil manche schlaumeiernden Journalisten solche Tagespolice auf den Monat oder das Jahr hoch rechnen und sagen, dass 60 EUR Monats- bzw. 700 EUR Jahresbeitrag viel zu teuer wären. Das ist natürlich unsachlicher Quatsch, denn eine Jahreskalkulation beruht natürlich auf völlig anderen Grundlagen.

Die Idee, dass ich eine Versicherung verbrauchsabhängig abschließe, kann aber sehr interessant sein, so z.B. beim Drittfahrer-Schutz von appsichern. Wer in seiner Kfz-Police die Fahrer klar definiert hat, sein Auto aber dennoch spontan z.B. an einen jüngeren Fahrer verleihen möchte, der bekommt einen smarten, sinnvollen und günstigen Versicherungsschutz. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich dieses innovative Feld der Versicherungswirtschaft entwickelt, sowohl bei den Startups als auch bei den großen der Branche.

 

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