18.06.2014

Kategorie(n): Allgemein

frank-schirrmacherLetzte Woche verstarb unerwartet einer der Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher. Er war ein brillanter Denke und ein hervorragender Journalist. Als Leiter des FAZ-Feuilletons hat er mit seinen Veröffentlichungen viele Debatten angestoßen. In diesem Sinne hatte er auch etwas von einem Seher, der Risiken weit vor anderen wahr nahm und artikulieren konnte. Zwei Beispiele sollen dies belegen.

Mit dem Buch „Das Methusalem-Komplott“ thematisierte er den demographischen Wandel bereits zu einer Zeit, als viele noch dachten, dabei würde es um Demokratie gehen. Dabei waren seine Bücher so geschrieben, dass auch eher trockene, sachliche Themen spannend und fesselnd rüber kamen und die Leser wurden in den Bann gezogen.

Auch sein letztes großes Werk „EGO“ steht in dieser Tradition. Bei aller Internet-Euphorie formulierte Schirrmacher die Risiken und Unwägbarkeiten des Netzes mit schlafwandlerischer Sicherheit. Dabei ging es ihm weder um Kultur-Pessimismus noch war er von der German-Angst getrieben. Nicht blindlings und unreflektiert in die Gefahren zu tappen, war ihm ein echtes Herzensanliegen.

So hat Deutschland mit Frank Schirrmacher einen klugen Kopf, einen kreativen Schreiber und einen exzellenten Seher und Mahner verloren.

(Foto: FAZ.net)