02.05.2014

Kategorie(n): Allgemein

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HUK Coburg, Talanx und die Württembergische Gemeindeversicherung (WGV) wollten gegen check24 antreten, sind sie auch mit transparo.de. Jetzt haben sie verloren und sind aus dem Spiel ausgestiegen. Transparo wird eingestellt. Wenn es drei große Versicherer nicht hinkriegen, ein solches Portal zum Fliegen zu kriegen, dann muss man sich nicht nur fragen, was falsch gelaufen ist, sondern auch, ob es überhaupt profitabel möglich ist.

Transparo hat bei der Werbung definitiv geklotzt und zwar nicht nur online, sondern auch offline. Bei Raabs Turmspringen war zum Beispiel das ganze Schwimmbad mit dem Transparo-Schriftzug zugekleistert. Was machen dann diejenigen bei denen es funktioniert? Sie machen cross-selling und zwar in zwei Richtungen: Entweder verkaufen Sie den Kunden noch andere Versicherungen – wie es z.B. die Direktversicherungen machen – oder sie verkaufen den Kunden noch was ganz anderes wie Strom, Gas oder Hotels – wie es check24 macht.

Bei uns können Sie jedenfalls aktuell noch den Transparo-Kfz-Vergleichsrechner nutzen. Probieren Sie es aus, so lange es den Rechner noch gibt. Keine Angst, es wird auch ab Sommer eine Möglichkeit geben, bei Hoesch & Partner online einen Kfz-Vergleich zu rechnen. Wir arbeiten bereits an einer Alternative. Aber seien Sie vorsichtig, denn „Um reines Vergleichen und Beratung geht es also nicht – die Portale sind durchaus an Abschlüssen interessiert.“ Wie es in einem Artikel der „Welt“ heißt.

Und weiter: Der Bund der Versicherten, Deutschlands größter Lobbyverband für Versicherungskunden, lehnt Vergleichsportale aus diesem Grunde ab. Dort rät man Verbrauchern, nur die von ihm angebotenen Rechner oder die von Finanztest zu benutzen, da „nur hier die nötige Unabhängigkeit gewährleistet sei.“ Wenn man dann auf der Seite des Bund der Versicherten nachschaut, heißt es da unter dem Stichwort „Geeignete Tarife“: „Lieber Interessent, die Liste der geeigneten Tarife steht exklusiv unseren Mitgliedern zur Verfügung.“ Irgendwie Lustig. Eine Mitgliedschaft ist mit einem Beitrag verbunden, wenn ich mich nicht irre. Das ist natürlich völlig frei von wirtschaftlichen Interessen! Aber schön, wenn man die „Welt“ als PR-Organ gewinnt. Sei´s drum, es illustriert das Dilemma, der free lunch Mentalität im Internet: Irgendjemand muss es halt doch bezahlen. Im Fall des Bundes der Versicherten ist es der Mitgliedsbeitrag, im Fall von Transparo, check24 und auch von Hoesch & Partner ist es der Versicherer über die Provision. Das ist so, aber das bedeutet nicht automatisch, dass dadurch schlechte, willkürliche oder gar manipulierte Ergebnisse rauskommen. Denn wer legt die Bewertungskriterien fest? Und was ist schon objektiv? Das sind spannende Fragen, die wir dann am Montag beantworten. Bis dahin ein schönes Wochenende!

 

Ein Gedanke zu „Transparo wird dichtgemacht und die „Welt“ kritisiert Versicherungsvergleichs“

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