06.05.2014

Kategorie(n): Allgemein

stiftung-warentest-kritikNachdem es bei Oliver Mack um das Thema „Objektivität“ ging, geht es heute um eine Institution, von der man dies erwartet und die kürzlich entgegengesetzte Schlagzeilen lieferte: Die Stiftung Warentest!

Während die Wirtschaftswoche berichtete, dass 82 % den Warentestern vertrauen, lautete die Überschrift einer „Welt am Sonntag“ Doppelseite „Prüfer auf dem Prüfstand“. Und was dort geschrieben steht, hat es in sich. Wussten Sie, dass

  • Die Auflage des Test-Magazins jedes Jahr sinkt und 2012 erstmals rote Zahlen geschrieben wurden und das zuständige Bundesministerium eine Finanzspritze geben musste?
  • Teilweise die zu testenden Produkte nicht anonym eingekauft werden, sondern beim Hersteller angefordert wurden?
  • Dass es teilweise die gleichen Labore sind die sowohl für die Hersteller als auch für die Stiftung Warentest Messungen vornehmen.

Diese Fakten mit dem gesunden Menschenverstand erfasst, lassen dann den Begriff „Objektivität“ in einem etwas anderen Licht erscheinen.

Klar, eine Stiftung muss keinen Gewinn erwirtschaften, aber sie braucht Rücklagen für schlechte Zeiten, die nicht allzu lange dauern dürfen. Und was können Printmedien tun, deren Auflage sinkt, denn nicht nur „das böse Internet“, sondern auch ähnliche Publikationen wie Ökotest haben zum Leserschwund beigetragen? Schlagzeilen produzieren hilft, am besten „gefährliche Lebensmittel!“ Ein unbekannter Hersteller, der als Lieferant für Discounter am Markt teilnimmt, sorgt für weniger Aufsehen als ein Markenartikler, den jeder kennt.

Vor 14 Jahren ging ein Safthersteller bis zum Bundesgerichtshof, denn ein „befriedigend“ führt schnell zum Auftragsverlust, der existenzbedrohend sein kann. Im Januar diesen Jahres siegte Ritter-Sport vor Gericht, das „mangelhaft“ war nicht zulässig, da ein bestimmter Zusatz tatsächlich aus natürlichen Mittel beigefügt wurde.

 

Experte Lebensversicherung

Matthias Kneißl

Diplom-Betriebswirt (FH)
gepr. Vermögensberater (BDV)
Vorsorgespezialist (EBS)

Senior Consultant

Tel. 069/ 71 70 7-171

Stellen Sie sich einfach vor, ein Restaurant-Kritiker würde sich beim Betreten des Lokals als solcher zu erkennen geben, er würde wohl kaum wie ein normaler Gast behandelt. Ähnlich sieht es wohl aus, wenn Hersteller Ihre Ware nach Berlin zur Stiftung Warentest schicken…. Und dass Prüflabore sowohl für Hersteller als auch die Stiftung Warentest tätig sind und dies auch bekannt ist, erinnert mich dies an den Unternehmer, der vom Steuerberater für die Bank eine Bilanz mit hohem, für das Finanzamt eine mit niedrigem Gewinn erstellt bekommen möchte…

Wenn es schon so schwierig ist, bei Produkten, die angefasst und gemessen, sogar auseinandergenommen und analysiert werden können, objektive Urteile zu erhalten, ist klar, dass es bei Finanzprodukten noch viel schwieriger wird, denn hier sind es ausschließlich Versprechen und Prognosen aus Unterlagen der Anbieter, auf die sich die Tester beziehen.

Also wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen die Mitarbeiter von Hoesch & Partner vielleicht einmal etwas anderes empfehlen als die Stiftung Warentest. Wir sind nicht objektiver, wir haben nur subjektiv eine andere Meinung – und dazu stehen wir.

 

Ein Gedanke zu „Stiftung Warentest: Wie behält man unter wirtschaftlichen Zwängen die gewünschte Objektivität?“

  1. Jule sagt:

    Antwort auf den Titel „STIFTUNG WARENTEST: WIE BEHÄLT MAN UNTER WIRTSCHAFTLICHEN ZWÄNGEN DIE GEWÜNSCHTE OBJEKTIVITÄT?“: Gar nicht!

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