08.05.2014

Kategorie(n): Allgemein

rente-60-zuwanderungDie Spirale dreht sich weiter, aber nicht unbedingt in die Richtung, die man erwartet oder die sinnvoll wäre. Und die Antriebe haben eine politische Farbe, die an dieser Stelle komplett irritiert: Laut eines Artikels der „Welt“ will die FDP auf ihrem nächsten Parteitag ein Rentenkonzept beschließen:

  • dass allen die Rente mit 60 ermöglicht –immerhin mit Abschlägen.
  • bei dem diejenigen, die länger arbeiten mehr Rente bekommen
  • dass die Abschaffung der Hinzuverdienstgrenzen für Rentner vorsieht

Nun ist es im Moment schwer zu beurteilen, welche politische Relevanz Vorschläge der FDP noch haben, aber man sieht, dass nun alle an der Rente rumdrehen wollen.

Vielleicht ist die FDP von einer anderen Entwicklung, die es im Moment in Deutschland gibt, ausgegangen: Zuwanderungsüberschuss. Grundsätzlich sinkt ja die Bevölkerung in Deutschland, da wir seit einigen Jahren mehr Sterbefälle als Geburten haben. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken, bis 2060 soll der Saldo auf 500.000 pro Jahr wachsen, d.h. ohne andere Einflussfaktoren würde die Bevölkerung pro Jahr um eine halbe Million Menschen abnehmen. Das ist eine krasse Enticklung!

Nun gibt es mit der Zuwanderung nur ein Problem: Sie ist nicht wirklich planbar. Zumindest in Deutschland nicht, in Kanada oder Australien mag das anders aussehen. Bei uns hängt sie sehr stark von Sondereinflüssen ab, wie aktuell der Krise in den südeuropäischen Staaten oder vor 20 Jahren vom Fall des eisernen Vorhangs oder der EU-Erweiterung. Und ob die ganzen qualifizierten Arbeitskräfte aus Spanien und anderen südeuropäischen Ländern länger hier bleiben, sei dahin gestellt. Vielleicht gehen Sie auch wieder zurück, wenn sie in ihrer Heimat wieder bessere Perspektiven sehen.

Daher kann Zuwanderung ein Baustein sein, um die Herausforderungen des demographischen Wandels zu bewältigen. Es wird aber wahrscheinlich nicht das Allheilmittel sein. Da braucht es umfassender politische Strategien, die leider bis heute weitgehend fehlen.

 

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