13.05.2014

Kategorie(n): Allgemein

hiscox-kunstversicherung[Gastbeitrag von Silke Lemmes | HISCOX]

War es vor ein paar Jahren noch ein Tabuthema Kunst online zu kaufen, sohat sich der digitale Kunsterwerb mittlerweile etabliert. Seit 2012 gibt es zahlreiche Online Shops für Kunst. Dahinter stehen oft namhafte Investoren wie beispielsweise bei Art.sy u.a. Dasha Zhukova (Chefin eines Modelabels, Kunsthallen Gründerin und Freundin des Milliardärs Roman Abramowitsch) oder Peter Thiel (Gründer von Paypal und Mitglied des Verwaltungsrates von Facebook) oder bei Paddle8 u.a. einer der international erfolgreichsten Galeristen Jay Jopling und Damien Hirst (Künstler).

Der digitale Kunstmarkt macht den Erwerb für jedermann weltweit zugänglich – fernab von Galerien und Auktionshäusern. Der Einstieg von Amazon und wahrscheinlich auch Ebay könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Akzeptanz im Markt ausreichend ist, um Kunstwerke über das Internet zu kaufen und zu verkaufen. Die heutige Welt ist schneller und legt ihren Fokus auf Flexibilität.

 

Gastautorin

Silke Lemmes

Kunsthistorikerin (M.A.)
Underwriter Art & Private Clients / HISCOX

Ein zentrales Ergebnis des Hiscox Online Art Trade Report 2014 ist: Das weltweite Marktvolumen ist 2013 auf fast 1,14 Milliarden Euro gestiegen. Damit erreichte der Onlineanteil etwa 2,4 % des geschätzten Gesamtumsatzes von 47 Milliarden Euro am globalen Kunstmarkt. Bis 2018 prognostiziert der Bericht ein anhaltendes Wachstum von knapp 20 % im Onlinebereich auf dann 2,72 Milliarden Euro.

Der Hiscox Online Art Trade Report 2014 beschäftigt sich vor allem mit den Trends beim unmittelbaren Kunstkauf auf verschiedenen Typen von Onlineplattformen. Dies umfasst sowohl namhafte internationale Auktionshäuser wie Christie`s und Sotheby`s und Galerien, die zusätzlich auch online verkaufen („bricks and clicks“), als auch reine Onlineplattformen wie Auctionata, Paddle8, 1stdbis, Artspace, Artsy, Artuner und Artfinder („click and buy“). Die Studie untersucht, was Personen kaufen, wie viel sie auf diesem Weg ausgeben sowie bestehende Markthindernisse. Kunstkäufer wurden zudem gefragt, welche Veränderungen vorgenommen oder Dienstleistungen angeboten werden könnten, um das Vertrauen gegenüber Onlineverkäufen unter neuen und bestehenden Sammlern zu stärken.

Der Onlinekunstmarkt, so die Untersuchung, verdrängt traditionelle Galerien und Auktionshäuser nicht. Vielmehr lässt sich von einer Koexistenz sprechen, da 56 % der Befragten weiterhin den konventionellen Kauf bevorzugen, und nur 10 % der Käufer Kunst lieber online bezieht.

Der aktuelle Markt ist mit reichlich Investorenkapital ausgestattet, doch die Konkurrenz wird zunehmend größer. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich der Online-Kunstmarkt entwickelt.

Link zum Report:
https://www.hiscox.de/wp-content/uploads/2014/04/The-Hiscox-Online-Art-Trade-Report-2014.pdf