30.05.2014

Kategorie(n): Allgemein

zukunft-des-generationenvertragesDas Berlin Institut hat wieder eine Studie rausgebracht. Wie so oft mit erschreckenden Tendenz und Entwicklungen, wenn es um die demographische Entwicklung geht. Die Maßnahmen gehen in die falsche Richtung, aber die Ursache ist relativ offensichtlich. Zwei große Linien sind erkennbar:

  1. Eine GroKo ist schlecht für die richtigen, zukunftsfähigen Weichenstellungen, denn das Wählerpotential der sogenannten Volksparteien sind die Alten. Für die wird dann auch Politik gemacht.
  2. Ältere bekamen bisher schon 40% des Sozialbudgets der Republik, zukünftig ist es noch mehr. Die großen Verlierer sind Familien mit mehreren Kindern.

Die GroKo wird gar als „größter anzunehmender Unfall“ für die Jüngeren bezeichnet. Und das obwohl das Innenministerium einen Demographie-Check erstellt hat, der sicherstellen soll, dass alle Gesetze angesichts einer alternden Bevölkerung als sozial und nachhaltig gelten können. Die Rente mit 63 besteht diesen Check garantiert nicht, das Gesetz wurde trotzdem verabschiedet – Herrschaft der Alten eben.

Benachteiligt seien Familien mit mehreren Kindern, da die Leistungen, die sie für den Generationenvertrag erbringen auch durch Kindergeld und andere Maßnahmen nicht wirklich ausgeglichen werden. In allen Sozialsystemen egal ob Rente, Krankversicherung oder Pflege finanzieren die Jungen die Alten. Daher fordern die Forscher ein ganzes Maßnahmenbündel, das helfen soll, die Entwicklung in die richtige Richtung zu steuern:

  • Rente mit 67 schneller umsetzen, aktuell sind dafür noch 15 Jahre bis 2029 geplant.
  • Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, das würde die ständig widerkehrende Diskussion um das richtige Renteneintrittsalter beenden.
  • Zuwanderung: Ist bei allen auftretenden Problemen Teil der Lösung, muss aber aktiver gemanagt werden.
  • Investitionen in Bildung und Kinderbetreuung, das ermöglicht Eltern die Verbindung von Beruf und Familie und legt die Grundlage für weiterhin gut ausgebildete Arbeitskräfte.

Trotz dieser Maßnahmen prognostizieren die Forscher einen Anstieg des Rentenbeitragssatzes von heute 18,9 auf 22,0% im Jahr 2030. Das wäre wohl noch einigermaßen zu machen. Aber was im Jahr 2050 oder 2060 sein wird – vor allem dann, wenn diese Maßnahmen nicht so umgesetzt werden, daran mag kaum einer denken.