10.03.2014

Kategorie(n): Allgemein

uni-age-tarifEs gab ja bei der Einführung der UNISEX-Tarife schon manche Diskussion, ob das sachgerecht wäre, denn Frauen werden nun mal älter als Männer und verursachen auch deswegen statistisch und über die Lebenszeit betrachtet höhere Gesundheitskosten. Bei den UNISEX-Tarifen werden diese Fakten außer acht gelassen und aufgrund einer politischen Entscheidung zahlen Männlein und Weiblein die gleichen Beiträge.

Das kann man im Zuge der Gleichstellung von Mann und Frau so machen, ist aber ein eindeutiger Bruch mit dem versicherungstechnischen Grundsatz der risikoadäquaten Beitragskalkulation. Das Ergebnis ist nicht nur eine vermeintlich höhere Geschlechtergerechtigkeit, sondern auch im Schnitt deutlich höhere Prämien, da niemand die Zusammensetzung in den Tarifen zwischen Mann und Frau vorhersagen kann und so hohe Sicherheitszuschläge notwendig sind, aber das ganze ist noch kalkulierbar.

Laut eines Berichtes von Versicherungsbote und Cash-online werkelt die EU nun an weiteren Veränderungen herum, dass irgendwannmal auch das Kriterium Alter nicht mehr in die Kalkulation einfließen soll. Da fragt man sich schon, was das soll. Denn wenn das Alter nicht mehr berücksichtigt werden soll, dann wird es schwierig mit der Kalkulation: Soll ein 20jähriger genauso viel für eine BU Rente wie ein 55jähriger bezahlen oder ein 35jähriger genauso viel für eine Risikolebensversicherung wie ein 75jähriger? Das scheint schwer darstellbar, könnte gar das Ende des Personenversicherungsgeschäftes, wie wir es heute kennen, bedeuten. Versicherbar sind dann nur noch große Kollektive oder gleich eine Pflichtversicherung? Dann ist die Kalkulation einfach: Summe aller Leistungen plus Kosten, plus Gewinn, das ganze geteilt durch die Anzahl der Versicherten ergibt den Beitrag.

Beruhigend an der Sache ist, dass es eines einstimmigen Beschlusses bedarf! Da kann man nur hoffen, dass es ein, zwei Länder mit genug gesundem Menschenverstand und Rückgrat gibt, die so einen Blödsinn verhindern. Lustig ist auch, dass es noch gar keinen Zeitplan gibt, wie das Thema weiterverfolgt wird. Man kann sagen, gut so, braucht eh kein Mensch, aber es stimmt auch nachdenklich, wenn man sieht mit welcher Planlosigkeit sich hochbezahlte mit relativ sinnfreien Themen beschäftigen.