11.03.2014

Kategorie(n): Allgemein

lebensvsichererWie verschiedene Medien übereinstimmend berichten will die Bundesregierung innerhalb der nächsten Wochen ein Unterstützungspaket für die Lebensversicherer realisieren. Dabei sollen Versicherte, deren Verträge auslaufen, angeblich auf die Beteiligung an den Bewertungsreserven verzichten müssen. Das würde den Bilanzen der Versicherer helfen. Es geht aber um weitere Regelungen, die den Lebensversicherern vielleicht nicht so gefallen werden: Der Garantiezins soll gesenkt werden und auch bei den Provisionen soll es ähnlich wie in der Krankenversicherung eine Begrenzung geben.

Aber: Nichts Genaues weiß man nicht, denn laut Süddeutscher Zeitung bestätigte eine Sprecherin nur „Sowohl beim Thema Bewertungsreserven als auch beim Garantiezins und einigen anderen Dingen gibt es Änderungsbedarf“, Details würden noch ausgehandelt.

Worum geht es bei den Bewertungsreserven? Sie entsprechen der Differenz zwischen aktuellen Marktpreisen der Wertpapiere und den sogenannten Buch- oder Anschaffungswert. Sind die Marktpreise höher, gibt es Bewertungsreserven. Zur Jahresmitte 2013 hatten die Lebensversicherer angeblich Bewertungsreserven von 62 Milliarden Euro in den Bilanzen stehen. Das Thema wird schon seit einiger Zeit kontrovers diskutiert, da die Versicherer argumentieren, die Auszahlung der Hälfte der Reserven sei ungerecht, da dann weniger für später bliebe. Den Versicherern geht es natürlich auch darum, eine größere Flexibilität zu erhalten, dass sie mit den Geldern – gerade in Krisenzeiten – flexibler hantieren können.

Da ein solcher Gesetzesentwurf schon mal gescheitert ist, will die GroKo nun von der Versicherungsbranche Gegenleistungen verlangen. Laut Süddeutsche wird über folgende Themen diskutiert:

  • Die Verteilung der Gewinne zwischen Aktionären und Kunden soll zugunsten der Kunden verschoben werden.
  • Die eingesparten Bewertungsreserven dürfen nicht an Aktionäre ausgeschüttet und auch nicht für Vertriebsaktionen verwandt werden.
  • Die Haftungszeiten für die Provisionen – d.h. wie lange Provisionen zurück gezahlt werden müssen, wenn der Vertrag aufgelöst wird – sollen verlängert werden.
  • Die Provisionen sollen auf eine bestimmte Höhe gedeckelt werden.
  • Der Garantiezins wird von 1,75  auf 1,25 % gesenkt.

Bis jetzt ist da auch viel Gerüchteküche und Hörensagen dabei. Aber sicher ist, dass sich in den nächsten Wochen etwas tun wird. Was? Wir dürfen gespannt sein.