04.03.2014

Kategorie(n): Allgemein

bu-versichererDer Vorwurf ist schnell erhoben, auch und gerade von sogenannten Verbraucherschützern wie Finanztest, Verbraucherzentralen oder WISO: »Der BU Versicherer zahlt nicht«. Dazu noch ein paar Bilder von verzweifelten Menschen, die mit tränenerstickter Stimme erzählen , dass sie jahrelang brav ihre Versicherungsbeiträge gezahlt haben und jetzt, wo sie die Versicherung brauchen, wird die Leistung verweigert. Fertig ist das Versicher-Bashing.

Da ist es sehr lobenswert, dass sich das Analysehaus Franke & Bornberg in einer Studie dieser Frage widmete und somit statistisch belastbare Fakten liefert, die über Einzelfälle hinaus gehen. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Diese Fälle gibt es, in denen der Versicherer nicht optimal reguliert und wo es zu Benachteiligungen von Kunden kommt. Aber die Frage ist, ob das Fehler sind, die überall passieren, wo Menschen arbeiten oder ob es sich um ein systembedingtes Vorgehen handelt, macht schon einen deutlichen Unterschied.

Also zurück zur Studie, hier die Rahmendaten: Mit AachenMünchener, ERGO, HDI, NÜRNBERGER, Stuttgarter, Swiss Life und Zurich Deutscher Herold waren sieben Versicherer beteiligt. Nach Angaben von Franke & Bornberg wiesen diese Versicherer im Jahr 2012 allein über 22.000 BU-Leistungsfall-Neuanmeldungen auf, womit sie mehr als 50% des Gesamtmarktes repräsentieren. Auf die rund 22.400 BU-Leistungsfall-Neuanmeldungen 2012 entfielen rund 13.200 Anerkenntnisse, 3.600 vorsorgliche Anmeldungen, die von Anspruchstellern nicht weiter verfolgt wurden und 5.600 Ablehnungen. Also eindeutig eine belastbare statistische Größe, folgende Ergebnisse lassen sich festhalten:

  • 70% der Anträge wurden anerkannt
  • Die Mehrzahl von 38% der Ablehnungen wurde aus medizinischen Gründen ausgesprochen, da der nötige BU-Grad von meistens 50% nicht erreicht wurde
  • 31% der Ablehnungen basieren auf Anfechtungen und Rücktritten der Versicherer aufgrund von vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung. Dazu später noch etwas mehr

Als positive Entwicklungen sieht Michael Franke, Geschäftsführer von Franke & Bornberg, folgende Fakten:

  • Die zeitlich befristete Anerkennung der Berufsunfähigkeit ist rückläufig
  • Die Quote der abstrakten Verweisung ist gesunken
  • Auch die Regulierungsdauern werden kürzer
  • Es werden auch nicht wie behauptet bestimmte, versicherernahe Gutachterinstitute beauftragt, sondern überwiegend Gutachter in Wohnortnähe der Anspruchsteller.

Um gerade das Thema vorvertragliche Anzeigepflicht besser für Berater und Kunde zu gestalteten, sollten folgende Spielregeln beachtet werden, die allen Beteiligten helfen, zukünftige Probleme zu vermeiden:

  • Die Gesundheitsfragen, sollten vom Antragsteller selbst ausgefüllt werden. Damit ist sichergestellt, dass er alle Fragen uneingeschränkt wahrnimmt.
  • Wenn unklar ist, ob etwas angegeben werden muss oder nicht, sollte es im Zweifel angegeben werden oder beim Versicherer eine Rückfrage gestellt werden.
  • Der Preis sollte nicht allein Auswahlkriterium sein, sondern auch die Bedingungen. Denn je besser und klarer die Bedingungen formuliert sind, desto einfacher ist die Regulierung im Fall der Fälle. Mit entsprechender Software können Bedingungsvergleiche auch für Endkunden nachvollziehbar aufbereitet werden.

Wenn Sie sich über eine Berufsunfähigkeitsversicherung informieren möchten, können Sie online oder telefonisch (069 – 71 70 7- 540) einen Termin vereinbaren.

 

Ein Gedanke zu „BU Versicherer und die Frage nach der korrekten Regulierung“

  1. Jule sagt:

    Unter anderem auch aus diesem Grund bei der Berufsunfähigkeitsversicherung immer auf die Klauseln und spezielle Regelungen achten: http://www.xn--berufsunfhigkeitsversicherungen-testsieger-esd.de/berufsunfaehigkeitsversicherung-klauseln-und-regelungen/

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