14.02.2014

Kategorie(n): Allgemein

allianz-bayern-muenchenAdidas hat es getan, Audi hat es getan. Und nun die Allianz. Drei große Konzerne haben jeweils um die 100 Millionen Euro in einen Fußball-Club investiert. Nun, wir leben in einer freien Marktwirtschaft, da kann jedes Unternehmen mit seiner Kohle machen, was es will. Und dennoch gibt es umfangreiche Diskussionen, ob diese Investition der Allianz richtig, vertretbar, in Ordnung ist. Warum? Ganz einfach: An einen Versicherungskonzern, der Milliarden an Kundengeldern verwaltet werden andere Maßstäbe angelegt als an einen Sportartikelhersteller oder einen Automobilkonzern.

Adidas diversifiziert in einem Bereich, der direkt mit seinem Kerngeschäft zu tun hat. Das ist nachvollziehbar, denn das Investment rechnet sich nicht nur über mögliche Gewinne des FCB, sondern auch über die Position des Ausstatters: Jedes Trikot das verkauft wird, spült Geld in die Kasse von Adidas.

Bei Audi ist es schon ein bisschen weiter weg vom Kerngeschäft, aber auch hier ist es noch einfacher zu visualisieren: Die Stars des FCB fahren in Audis vor, das färbt im positiven Sinne auf die Autos und deren Image ab. Der vermeintlich bestgeführte Fußballverein der Welt, der im Moment vielleicht auch den besten Fußball spielt, fährt auch die besten Autos?!? So oder so ähnlich könnte die Brücke sein. Und wenn bei jedem Auto so viel verdient wird, dass dann 100 Millionen Euro für den FCB übrig sind? Fein, alles freiwillig.

Bei der Allianz werden andere Fragen gestellt. Ob sie immer richtig und sinnvoll sind, sei dahingestellt. Denn die 110 Millionen könnten auch an die Versicherten oder in die Rücklagen gehen. Darf bei sinkender Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung Geld in einen Fußballverein fließen? Natürlich ist es im aktuellen Kapitalmarktumfeld für einen Großanleger wie die Allianz gar nicht so einfach, genug attraktive Anlagen zu finden. Und 110 Millionen sind für die dutzende Milliarden an Anlagevolumen, die die Allianz hat auch nicht so viel. Aber der Deal birgt Risiken: Neben der Frage wie es ankommt – und hier wird gebetsmühlenartig betont, dass das Geld ins Stadion, also in eine solide Immobilienanlage, fließt und nicht in Fußballerbeine, ist es schlicht die Frage, welche Rendite erzielt wird. Denn nur Image allein ist zu wenig, es geht auch um Return on Investment.

Also bleibt es spannend, ob Fans von anderen Vereinen nun weniger Allianz-Verträge abschließen. Ob der FCB seine Ausnahmeposition weiter festigt und den finanziellen Vorsprung vergrößert. Auch die Frage, ob das Financial Fair Play ist und was diese Form des Investments von milden Gaben der Scheichs und Oligarchen unterscheidet, wird uns weiter begleiten. Interessant finde ich auch, dass der Deal im Windschatten der Olympischen Spiele veröffentlicht wurde. Die ganz große Bühne wollte man also nicht, denn es hätte Zeiten gegeben in denen man (noch) mehr Aufmerksamkeit mit dieser Nachricht bekommen hätte. Am Wochenende rollt der Ball wieder und der FCB wird wahrscheinlich gewinnen – zur Freude von Adidas, Audi und Allianz.

 

3 Gedanken zu „Allianz investiert 110 Millionen Euro in FC Bayern“

  1. Felix Kompenhans sagt:

    Zum Thema: ALLIANZ INVESTIERT 110 MILLIONEN EURO IN FC BAYERN

    Sehe ich weniger kritisch – Allianz Arena, Allianz Headquarter München und die Erfolge des Vereines sowie der internationale Ruf sprechen für diese Investition. AON als Hauptsponsor von Manchester United finde ich sinnfreier. Mfg, Felix Kompenhans

  2. Nach offiziellen Angaben ist es kein Kundengeld, dass investiert wird. Der Deckungsstock hat sich nicht am FC Bayern beteiligt, sondern der Konzern. Insoweit hat das Investment kaum etwas mit der Frage der Überschüsse für die Kunden zu tun.

  3. Ich mag den FCB nicht, aber wesentlich kritischer sehe ich die Spekulation der Allianz mit Agrarrohstoffen (Lebensmittel) – im Verbund mit der Deutschen Bank. Lobende Gegenbeispiele: Commerzbank sowie die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken.

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