08.01.2014

Kategorie(n): Allgemein

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Manchmal ist es mit Versicherungen ja so, dass gerade die Leute, die sie am dringendsten brauchen und am liebsten hätten, sie nicht bekommen. Ein Thema, dass bei der Flut gerne genommen war und wovon auch mancher potenzieller Versicherter ein Lied singen kann, wenn er eine umfangreichere Liste mit Vorerkrankungen hat. Schließlich kenn jeder die Redewendung mit den brennenden Häusern, die man nicht versichern kann.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Versicherungen sind keine Sozialeinrichtungen, d.h. es ist vollkommen legitim und notwendig, dass die Versicherungsgesellschaften prüfen, welche Risiken sie überhaupt zeichnen. Und wenn sie ein Risiko zeichnen, muss dies zu einer sogenannten risikoadäquaten Prämie geschehen. Natürlich geht es für eine gewisse Zeit immer billiger, aber das führt mittelfristig zu Verlusten und langfristig dann wieder zu Beitragserhöhungen. Ein Kreislauf, der niemandem wirklich weiterhilft. Wer möchte, dass alle versichert sind, kann das nur über eine Pflichtversicherung lösen, wie es in der Gebäudeversicherung war und in der Kfz-Haftpflichtversicherung immer noch ist.

Nun zurück zur Risikolebensversicherung: Es gibt im Moment einen Tarif in dem bis zu 50.000 EUR Todesfallschutz abgeschlossen werden können. Und zwar mit nur zwei Gesundheitsfragen. Die lauten wie folgt:

„War die versicherte Person innerhalb der letzten 3 Jahre länger als 10 Tage in ununterbrochener Folge arbeitsunfähig erkrankt, länger als 5 Tage in stationärer medizinischer Behandlung (z.B. Krankenhaus, Kur, Sanatorium o.ä.) oder erhielt die versicherte Person eine über 4 Wochen hinausgehende Dauertherapie (z.B. Medikamente, Heil- oder Hilfsmittel)? 

Wurde bei apparativen medizinischen Untersuchungen (z.B. Labor, HIV-Test, Röntgen, EKG, Sonographie, Computertomographie o.ä.) in den letzten 3 Jahren ein Anhalt für behandlungsbedürftige Erkrankungen gefunden (ausgenommen Verletzungen und Zahnerkrankungen), die noch nicht folgenfrei ausgeheilt sind oder stehen noch Ergebnisse durchgeführter Untersuchungen aus?“

Wer diese beiden Fragen mit „Nein“ beantworten kann, der muss nur noch die Hürde des Body-Mass-Index überspringen. Das heißt, es werden Größe und Gewicht abgefragt und wer für sein Gewicht zu klein ist, bekommt einen Zuschlag oder wenn das Verhältnis zu krass ist keinen Versicherungsschutz.

Das Ganze ist auch von der Abwicklung schick, weil wir unseren Kunden direkt über ein Online-Tool sagen können, ob sie angenommen werden oder nicht und die Unterschrift über einen Link auch auf einem Tablett geleistet werden kann. Also, wer eine Risikolebensversicherung möchte und aufgrund seines Gesundheitszustandes Schwierigkeiten befürchtet, kann sich ein Angebot berechnen lassen. Das machen wir natürlich auch gerne als Marktvergleich mit vollständigen Gesundheitsfragen – gerne auch telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) oder in einem persönlichen Gespräch.

 

5 Kommentare

Ich finde den Artikel echt super!!!! und sehr Lehrreich. Vielen Dank……


Wenn ich mich nicht verzählt habe, werden acht anstatt zwei Fragen gestellt:

1. War die versicherte Person innerhalb der letzten 3 Jahre länger als 10 Tage in ununterbrochener Folge arbeitsunfähig erkrankt?

2. War die versicherte Person innerhalb der letzten 3 Jahre länger als 5 Tage in stationärer medizinischer Behandlung (z.B. Krankenhaus, Kur, Sanatorium o.ä.)?

3. Erhielt die versicherte Person innerhalb der letzten 3 Jahre eine über 4 Wochen hinausgehende Dauertherapie (z.B. Medikamente, Heil- oder Hilfsmittel)?

4. Wurde bei apparativen medizinischen Untersuchungen (z.B. Labor, HIV-Test, Röntgen, EKG, Sonographie, Computertomographie o.ä.) in den letzten 3 Jahren ein Anhalt für behandlungsbedürftige Erkrankungen gefunden (ausgenommen Verletzungen und Zahnerkrankungen)?

5. Sind die unter 4. genannten Erkrankungen folgenfrei ausgeheilt?

6. Stehen für unter 4. genannte Erkrankungen noch Ergebnisse durchgeführter Untersuchungen aus?

7. Wie groß ist die versicherte Person in cm gemessen?

8. Wie viel wiegt die versicherte Person in kg gemessen?

Die Fragen werden nicht dadurch weniger, dass man sie in Schachtelsätze verpackt…

Augen auf beim Autokauf 🙂

Frohes neues Jahr wünscht

– Hans Steup, Berlin


Danke für den ausführlichen Kommentar, Herr Steup. Das kann man so sehen und ich werde jetzt nicht hinterfragen, ob die Frage nach der Körpergröße und nach dem Gewicht eine Gesundheitsfrage ist.

Unabhängig davon, ob man zwei, sechs oder acht Fragen zählt, bleibt der Fakt, dass die Fragen eingeschränkt sind hinsichtlich Zeit und und Umfang. Und dass das Angebot deswegen prüfenswert ist, gerade für Menschen die eine gewisse Krankheitsgeschichte.Als persönlich betroffener weiß ich wovon ich rede – und ich habe das Produkt abgeschlossen.

Gruß
Oliver Mack


Ich finde den Artikel ebenfalls sehr informativ. Vor allem gefällt mir, dass konkrete Gesundheitsfragen verfasst wurden. Danke hierfür!

Dennoch möchte ich hinterfragen, ob eine Risikolebensversicherung mit einer Versicherungssumme von lediglich 50.000€ als sinnvolles Beispiel angeführt werden sollte. Denn diese Summe dürfte für die Absicherung einer Familie mit mehreren Kindern kaum reichen. Auch die Tilgung eines Darlehens für das Eigenheim lässt sich mit 50.000€ schwer bewerkstelligen. Aus meiner Sicht wäre es besser in zukünftigen Artikeln von einer höheren Versicherungssumme auszugehen, weil diese im Fall der Fälle notwendig wird.
Oder haben Sie dazu eine andere Meinung?

MfG
Andre R., Berlin


Hallo Herr Reinicke,
danke für diese wichtige Ergänzung. Sie haben völlig Recht, dass 50.000 EUR als Todesfallschutz für eine Familie und/oder für die Absicherung eines finanzierten Eigenheimes nicht ausreichen. Diesen Aspekt habe ich in meinem Beitrag nicht herausgearbeitet. Da sollten schon deutlich sechsstellige Beträge stehen.
Meine Überlegung mit den 50.000 EUR Versicherungssumme ist, dass jemand, der gesundheitlich angeschlagen ist und solchen Versicherungsschutz nicht oder nur mit Zuschlägen bekommt, für den können die 50.000 EUR ein Anfang oder ein Baustein sein – ausreichend sind sie nicht, da bin ich gant bei Ihnen. Als Faustregel kann das fünffache Bruttojahreseinkommen angesetzt werden, bei einer vorhandenen Finanzierung, sollte das ggf. noch on top kommen. Nochmals danke für diesen Hinweis. Oliver Mack