17.01.2014

Kategorie(n): Allgemein

rentenreform-nahles-grokoFrau Nahles konkretisiert als Arbeits- und Sozialministerin die Pläne der GroKo zur Rentenreform. Und nun überbieten sich die Medien mit dem Vermelden der Milliardenleistungen

  • Fünf bis sechs Milliarden kostet die Mütterrente im Jahr
  • 60 Milliarden kostet die ganze Reform bis 2020
  • Mehr als 300 Milliarden gar kostet der Spuk bis 2040

Bei all den vielen Nullen und der inflationären Verwendung von Milliarden bei Banken- und anderen Rettungsszenarien hört sich das fast schon irgendwie normal an. Obwohl ich mir ehrlich gesagt schwer tue, mir diese Menge an Geld vorzustellen. Und man könnte fast meinen, dass es Taktik ist, wie hier hantiert wird: Entweder sollen die Leute entnervt aufgeben oder schlicht komplett das Gefühl verlieren für das, was die Politik da zusammenreformiert.

Unabhängig von allen Milliardensummen bleibt ein falsches Signal: Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist ein Skandal, da sie wider jede statistische, demographische und ökonomische Vernunft durchgedrückt wird, um welches Klientel auch immer damit zu bedienen. Wer die Zeche zahlt? Scheinbar egal! Deutschland war aufgrund der Reformen in den Nullerjahren dieses Jahrtausends bei der Sanierung seines Rentensystems wesentlich besser unterwegs als die meisten westlichen Länder. Nun werden diese Fortschritte ohne wirkliche Not auf dem Altar des Populismus und der Klientelpolitik geopfert. Krass!

Denn die Wahrheit ist – auch wenn es vor dem Wochenende angenehmeres geben könnte: Aufgrund der Fakten müssten wir nicht über die Rente mit 63, sondern über die Rente mit 70 diskutieren. Schönes Wochenende.