14.01.2014

Kategorie(n): Allgemein

berufsunfaehigkeitsabsicherungKann man sich das in Deutschland vorstellen: Es gibt eine staatliche Förderung für ein Produkt, man kann damit Steuern sparen und niemand interessiert sich dafür. Nicht mal die ach so schlauen Versicherungskonzerne bemühen sich darum ein entsprechendes Produkt zu entwickeln und anzubieten. Sie lassen das mit Steuervorteilen von Vater Staat begossene Feld einfach links liegen und machen nicht einmal den Versuch, eine Ernte einzufahren. Seltsam, oder? Ja, sehr seltsam, aber trotzdem geschieht genau das im Moment in Deutschland.

Seit 1.1.2014 können Beiträge zu einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich geltend gemacht werden. Einzige Bedingung: Die Rente bei Berufsunfähigkeit muss bis zum Lebensende gezahlt werden. D.h., dass nicht nur eine Rente gezahlt wird bis zum geplanten Ende der Berufsunfähigkeitsversicherung, also beispielsweise bis zum 67. Lebensjahr, sondern dass diese Rente quasi nahtlos in eine Altersrente übergeht. Das kann man so machen, es kann aber auch zum K.O.-Kriterium werden, schauen wir uns an warum.

In der aktuellen Beratungs-Praxis ist es so, dass die BU-Rente – sofern möglich – denn nicht für alle Berufsgruppen geht das mangels Angebot der Versicherer – bis zum Endalter 67 angeboten wird. Die Altersvorsorgeverträge werden dann entweder mit einer Beitragsbefreiung versehen, so dass die Beitragszahlung im Falle einer Berufsunfähigkeit wegfällt und im Alter trotzdem eine entsprechende Rente oder Kapital zur Verfügung steht. Alternativ kann die versicherte Berufsunfähigkeitsrente auch so abgeschlossen werden, dass die Beiträge zur Altersvorsorge auch aus diesem Topf bedient werden können.

Da aber bereits der Beitragsunterschied bei einer Laufzeit bis zum 62. Lebensjahr erheblich ist, im Verhältnis zum 67., neigen manche Maklerkollegen dazu, die Billigkarte zu spielen und kürzere Laufzeiten zu verkaufen. Das kann keine Lösung sein, denn im Falle der Berufsunfähigkeit und einer versicherten monatlichen Rente von 1.500 Euro fehlen in der Summe dann plötzlich 90.000 Euro Rentenzahlungen für die letzten fünf Jahre. Woher nehmen…

Aber die Verlockung ist natürlich trotzdem groß: Während ein 30jähriger Diplom-Kaufmann für 1.000 Euro Berufsunfähigkeitsrente bis zum 62. Lebensjahr je nach Anbieter 25 – 30 Euro im Monat bezahlen muss, sind es bis zum 67. Lebensjahr schon 35 – 45 Euro. Absolut scheint das nicht so viel zu sein, aber es ist ein Aufschlag von ca. 50%. Ein Maler zahlt bis zum 67. Lebensjahr 100 – 130 Euro monatlich, bei einer fünf Jahre kürzeren Laufzeit sind es immerhin noch 65 – 80 Euro. Das ist schon eine Menge Geld, vor allem wenn man bedenkt, dass 1000 Euro Monatsrente für die meisten Bürger nicht reichen. Wenn diese Beiträge jetzt nochmal um den Faktor zwei oder drei steigen, dann wird es schnell unbezahlbar.

Fazit: Es ist das gute Recht des Staates, wenn er bestimmte Vorteile gewährt, bestimmte Regeln für diese Vorteilsgewährung festzulegen. So finde ich es zum Beispiel total in Ordnung, dass bei der Rürup-Rente eben nur eine laufende Rente und keine Kapitalauszahlung möglich ist. Wenn die Regeln des Staates ein Vorsorgeinstrument aber für den Verbraucher unattraktiv machen, dann ist die gute Idee schnell ad absurdum geführt. Und die Idee, private Vorsorge für den Fall der Berufsunfähigkeit staatlich zu fördern , ist eine gute und sinnvolle Idee. Aber so wie es jetzt umgesetzt wurde, hilft es nicht weiter. Schade, denn mir fallen auch nicht wirklich Argumente ein, warum die Förderung nur gewährt wird, wenn die Rente bis ans Lebensende gezahlt wird. Meines Erachtens würde es auch reichen, wenn ein bestimmtes Endalter wie z.B. das gesetztlich gültige Rentenalter im Vertrag fixiert ist. Schade, dass es zumindest für den Moment keine verbesserte staatliche Förderung für die BU-Absicherung gibt.

Dennoch helfen wir unseren Kunden natürlich täglich und gerne bei der Frage, wie die richtige Absicherung im Fall der Berufsunfähigkeit aussehen kann: Ein selbstständiger Vertrag oder eine Kombination mit der Rürup-Rente. Auch Alternativen wie eine Erwerbsunfähigkeitsrente, Grundfähigkeitsabsicherung oder Körperschutzpolice haben wir natürlich im Angebot. Vereinbaren Sie einfach online der telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen Termin mit einem unserer Consultants – wir finden gemeinsam mit Ihnen den passenden Schutz für Ihre Absicherung der Arbeitskraft und Altersvorsorge.