09.12.2013

Kategorie(n): Allgemein

da-stehe-ich-schlecht-daLangsam aber sicher beginnen die Menschen zu begreifen, was die GroKo zum Thema Rente in Deutschland anrichtet. Oder auch nicht! Oder wie soll man die Schlagzeile auf dem Titel der WELT deuten, der ungefähr so lautete (ich war so erschrocken, dass ich vergessen habe, mir ein Exemplar zu kaufen): »Deutsche jubeln über Rente mit 63« Da bleibt mir einfach nur die Luft weg! Warum? Weil ich und meine Kinder das ausbaden werden.

Stichwort Generationengerechtigkeit. Das scheint ein Fremdwort für die Politiker der GroKo und auch für die Mehrheit der Deutschen sein. Oder wie sind solche Entscheidungen wie die Wiedereinführung der Rente mit 63 wider jede demographische Realität und wider jeden Expertenrat zu erklären und zu deuten? Realitätsverlust, Populismus, Weg des geringsten Widerstandes? Einfach nur krass!

Zum Glück wird dieser »Jubel« in der gleichen Zeitung in einem Kommentar von Dr.
 Dorothea Siems richtig eingeordnet: „Jubel über den Rentensegen ist verantwortungslos.“ Denn die GroKo „kümmert die Not der jungen Generation wenig. Schlimm, dass die neue Regierung sich so unverantwortlich verhält.“ Frau Dr. Siems erläutert kurz und prägnant, warum das die junge Generation belastet und dass die GroKo letztendlich Politik nach Meinungsumfragen macht. Aber so lange das Volk jubelt… Einfach nur krass!

Dann bin ich letzte Woche in der F.A.Z. über den Artikel der 37jährigen Redakteurin Melanie Mühl gestolpert. Unter der Überschrift »dann stehe ich schlecht da« versucht sie eine realistische Einschätzung zu gewinnen, wie Ihre Lage bezüglich der Altersvorsorge wohl sein wird. Offen formuliert sie ihre Ängste: Wird sie reisen können? Wie stark ist sie von Altersarmut betroffen, ist sie als Frau besonders gefährdet? Ein Vermögensverwalter bestätigt Ihre Befürchtungen: Ohne Immobilie und ohne Aussicht auf ein Erbe werde sie schlecht da stehen mit ihrer staatlichen Minirente. Sein Rat: »Fangen Sie an zu sparen und zwar schnell und so viel wie möglich.«

Laut Aussage des Vermögensberaters brauche sie mit 67 einen Betrag von 500.000 Euro. Nun ja, wenn man diese Summen als Einmalbeitrag in eine Einmalbeitragsrente investiert, dann erhält man ca. 2.200 Euro Rente im Monat. Naja, das sind jetzt auch keine Reichtümer, zumal dieser Betrag in 30 Jahren inflationsbedingt weniger kaufkraft haben wird.

Der Artikel ist nicht gerade optimistisch, sondern spricht sehr klar die Problemfelder, die auf uns zukommen:

  • Pflegeroboter, die günstiger als menschliche Pflegekräfte sind, auch aus Angst, dass sie das Pflegeheim nicht bezahlen können
  • Überdurchschnittlich stark steigende Pensionslasten für die öffentlichen Haushalte
  • Drohende Altersarmut am Beispiel einer Kindergartenleiterin, die praktisch ein Leben lang gearbeitet hat und trotzdem nur ca. 900 Euro mtl. Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bekommen wird.

Und der Artikel endet ergebnisoffen, allerdings mit ernüchternden Aussichten und einer interessanten Rechnung. Ich zitiere: „Eine kleine Rechnung: Ich bin seit etwa 13505 Tagen auf der Welt. An jedem dieser Tage hätte ich 7,40 Euro sparen müssen, um auf die vom Vermögensberater genannten 100000 Euro zu kommen. Doch je länger ich diese Zahl anstarre, desto weniger weiß ich, ob das nun viel ist oder wenig.“ Ob Absicht oder versehen, denn wer 37 Jahre ca. 220 Euro investiert, der hätte schon mit ein paar Zinsen rechnen dürfen.

 

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