09.12.2013

Kategorie(n): Allgemein

adventskalender-09-2013Wenn wir schon beim Grundsätzlichen sind, dann machen wir es doch gleich ganz grundsätzlich: Haben oder Sein? Wenn man so will, der Gegensatz schlechthin. Ziel ist es hier nicht unbedingt, diesen Gegensatz aufzulösen, vielleicht muss das auch gar nicht sein. Was aber sein muss, ist die Auseinandersetzung mit der Frage, was dir wirklich wichtig ist: Haben oder Sein? Aber nicht im Sinne eines Entweder-oder, sondern eher als eines Sowohl-als-auch.

Erich Fromm hat das bekannteste und grundlegendste (gleichnamige) Werk zu diesem Thema geschrieben. Ein Zitat umreißt unsere Fragestellung: „Unsere Konsum- und Marktwirtschaft beruht auf der Idee, dass man Glück kaufen kann, wie man alles kaufen kann. Und wenn man kein Geld bezahlen muss für etwas, dann kann es einen auch nicht glücklich machen. Dass Glück aber etwas ganz anderes ist, was nur aus der eigenen Anstrengung, aus dem Innern kommt und überhaupt kein Geld kostet, dass Glück das ‚Billigste‘ ist, was es auf der Welt gibt, das ist den Menschen noch nicht aufgegangen.“

Wow! Bevor ich Dir zu diesem Thema ein paar Zitate überlasse, noch eine Anmerkung zum Entweder = Oder: Oft wird hier sehr schwarz-weiß, links-rechts argumentiert. Zugespitzt etwa so: Nur wer nichts hat, kann wahrhaft glücklich sein. Oder: Diese reichen Säcke sollen an ihrem Geld ersticken, aber glücklich werden sie damit eh nicht. Um diese vereinfachende Kategorisierung geht es nicht. Es geht viel mehr darum, dass es einer bewussten Entscheidung bedarf, wie wichtig mir zum Beispiel materielle Dinge sind, wie viel ich dafür bereit bin zu arbeiten oder welchen Preis ich dafür bezahlen möchte. Menschen sind arm und glücklich sowie reich und unglücklich – und andersherum. Die folgenden Zitate können dir helfen, darüber nachzudenken und deine Sichtweise zu reflektieren.

Zitate von Erich Fromm zum Vor- und Nach-Denken

„Für jene, die glauben, dass ‚haben‘ eine höchst natürliche Kategorie innerhalb der menschlichen Existenz ist, mag es
überraschend sein, wenn sie erfahren, dass es in vielen Sprachen kein Wort für ‚haben‘ gibt.“

„Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, welcher viel gibt.“

„Der Unterschied zwischen Sein und Haben entspricht dem Unterschied zwischen dem Geist einer Gesellschaft, die zum Mittelpunkt Personen hat, und dem Geist einer Gesellschaft, die sich um Dinge dreht.“

 

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