16.12.2013

Kategorie(n): Allgemein

adventskalender-16-2013Intellekt: Richard von Weizsäcker und Helmut Schmidt sind Beispiele dafür, dass es möglich ist, auch im fortgeschrittenen Alter noch intellektuell auf der Höhe der Zeit und mit messerscharfem Verstand an der öffentlichen Diskussion beteiligt zu sein. Warum kriegen die beiden das hin? Liegt es an den Genen, den Umständen, der Ausbildung. Sicherlich sind das alles Aspekte, die eine Rolle spielen.

Aber vielleicht liegt es auch zu einem guten Teil an der inneren Einstellung. Schmidt z. B. lebt furchtbar ungesund (er raucht überall, sogar in der TV-Talkshow) und hatte sicher auch ein extrem stressiges Leben (der Film Mogadischu vermittelt einen Eindruck davon), aber innerlich ist er nie in den Ruhestand gegangen. Er ist an den Themen drangeblieben.

Ich bin überzeugt davon und habe das für mich persönlich als festen Vorsatz definiert: Egal wie alt ich bin, will ich mich intellektuell nicht in den Ruhestand verabschieden. Ob mir das vergönnt ist, wird sich zeigen (gegen Alzheimer hilft auch der beste Vorsatz nichts). Aber ich will nicht pils-trinkend, soap-glotzend und vor mich hindämmernd das Ende meiner Tage erwarten.

Ein weiteres leuchtendes Beispiel, dass es anders geht, war Peter F. Drucker, der gemeinhin als Erfinder des Managements gilt und bis ins hohe Alter von über 90 Jahren gelehrt und geforscht hat. Besonders beeindruckt mich bei ihm, dass er nie aufgehört hat dazuzulernen und sich alle fünf Jahre bewusst einem neuen Themengebiet zugewandt hat.