23.10.2013

Kategorie(n): Allgemein

dkm-gesundes-vom-chefDie DKM in Dortmund ist die Leitmesse der Branche. An zwei Tagen treffen ca. 10.000 Vermittler auf Versicherungsgesellschaften und es gibt viele Innovationen und Trends. Ein großes Thema ist die betriebliche Krankenversicherung (bKV). Im Lauf des Jahres sind alle relevanten Versicherer mit eigenen Konzepten und Tarifen auf den Markt gekommen. Erste Erfolge gibt es schon, und zwar in dem Sinne, dass Firmen sich entschlossen haben, eine entsprechende betriebliche Krankenversicherung für ihre Mitarbeiter einzurichten. Nun hoffen alle in der Branche, dass sich hier ein neuer Wachstumsmarkt auftut.

Vorletzte Woche gab es dann aber auch einen gewissen Dämpfer, nämlich, als das Finanzministerium in einem Rundschreiben vom 10.10.2013 an die Länderfinanzbehörden darauf hinwies , dass die Beiträge eines Arbeitgebers für Zukunftssicherungsleistungen seiner Arbeitnehmer als Barlohn zu betrachten sind. Das BMF vertritt die Auffassung, dass daran auch das BFH-Urteil vom 14. April 2011 nichts ändert. Die 44-Euro-Grenze für Sachbezüge sei somit für die bKV nicht anzuwenden. Die Regelung gilt ab 31.12.2013 sowohl für neue als auch für bestehende bKV-Gruppenverträge.
Das ist natürlich krass, vor allem weil diese Regelung auch für Verträge gilt, die bereits bestehen. Dennoch gibt es auch ohne diese Förderung im Rahmen des Sachleistungsbezugs gute Gründe für die bKV (danke an die Hallesche für die Auflistung). Die zentralen Argumente der arbeitgeberfinanzierten bKV, und damit der besondere Mehrwert für Unternehmen und Mitarbeiter, sind nach wie vor:

  • Vorteile im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte
  • Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung
  • Reduzierung von Fehlzeiten
  • Imagegewinn für das Unternehmen
  • Besonders günstige Gruppenversicherungskonditionen
  • Verzicht auf Gesundheitsprüfung
  • Mitversicherung von Familienangehörigen
  • Beitrag ist als Betriebsausgabe absetzbar

Alternativ zu den Sachleistungen ist auch eine Pauschalversteuerung möglich. Arbeitgeber haben sich bislang nicht primär aus steuerlichen Gründen für die bKV entschieden. Darüber hinaus gab es auch viele Fälle, in denen die 44-Euro-Grenze als Sachbezug bereits ausgeschöpft war oder durch die bKV überschritten wurde. Diese Möglichkeit einer pauschalen Besteuerung der Beiträge (§ 40 Absatz 1 Nr. 1 EStG) gilt für die bKV weiterhin. Unternehmen sollten sich hierzu – am besten über den Steuerberater – an das zuständige Betriebsstättenfinanzamt wenden.

gesundes-vom-chefAls Verleger freue ich mich, hier und heute ein neues Buch zum Thema betriebliche Krankenversicherung ankündigen zu können. Unter dem Arbeitstitel „Gesundes vom Chef“ arbeiten die ausgewiesenen Branchen-Experten Oliver Bruns, Gerhard Schuhmacher und Rechtsanwalt Markus Kleffner das Thema kompakt und kompetent auf. Voraussichtlicher Erscheinungstermin ist Januar 2014. Wer jetzt schon vorbestellen möchte, kann dies gerne tun. Weitere Infos hier zum Download. Für Versicherungsgesellschaften gibt es auch die Möglichkeit eine gebrandete Ausgabe zu machen – auch hier gilt: bei Interesse einfach melden.

Also, die Branche bleibt spannend und was ich heute und morgen auf der DKM entdecke, gibt es natürlich bald hier zu lesen.

 

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