16.10.2013

Kategorie(n): Allgemein

chance-2020
Irgendwie hört es sich immer nach Agenda 2010, wenn irgendwer ein Papier veröffentlicht, in dessen Titel eine Jahreszahl zu lesen ist. So auch bei Chance 2020, einem 30seitigen Papier der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit dem Untertitel »mit Sozialer Marktwirtschaft für ein gerechtes und leistungsfähiges Deutschland«.

Behandelt werden Themen von Steuern über Bildung bis zu Europa. Ich möchte hier heute mal vier Bereiche herausgreifen, die am engsten mit unserem Business als Versicherungsmakler verknüpft sind.

Gesundheitskosten: Obwohl die allgemeine Tendenz der demographischen Entwicklung klar ist, sind die Zahlen immer wieder krass. Im Jahr 2050 kommen auf 100 Beschäftigte 135 Nicht-Beschäftigte. Das kann man auch nicht schönrechnen, durch die nichtbeschäftigten Rentner, die auch Beiträge zahlen. Deswegen fordert die INSM die schrittweise Abkoppelung der Krankenkasssenbeiträge vom Arbeitseinkommen. Als, jemand der selbst gesetzlich versichert ist und drei Kinder hat, profitiere ich vom aktuellen System. Und natürlich müssen die familienpolitischen Konsequenzen diskutiert werden, aber der Vorwurf, dass die Singles für Paare und Familien mitbezahlen, ist nicht einfach von der Hand zu weisen. Deshalb muss hier ohne Scheuklappen über systemische Weiterentwicklungsmöglichkeiten diskutiert werden.

Renteneintritt: Die gleiche demographische Entwicklung trifft die Rentenversicherung. Es gibt zwei Ursachen. Zum einen die geringe Geburtenrate, zum anderen die steigende Lebenserwartung. Deswegen diskutieren wir regelmäßig über das Renteneintrittsalter. Daher ist der Vorschlag der INSM, die Entwicklung der Lebenserwartung quasi in die Rentenformel zu integrieren. Da die Entwicklung eh unvermeidlich ist, scheint das ein sehr sinnvoller Vorschlag, weil es uns die – täglich grüßt das Murmeltier – wiederkehrende Diskussion um das Renteneintrittsalter sparen könnten. Die Formulierung, dass „ein Teil der gewonnen Lebenszeit auf längere Lebensarbeitszeit verwendet“ bringt es auf den Punkt.

Pflegeversicherung: Im Moment werden die Probleme von der guten Konjunktur überdeckt, dadurch sind die Kassen noch ganz gut gefüllt. Die demographische Entwicklung wird in diesem Bereich Sozialversicherung die gravierendsten Auswirkungen haben. Daher fordert die INSM die Stärkung der privaten Vorsorge. Pflege-Bahr ist ein Anfang, aber nicht ausreichend. Das ist absolut korrekt und hier besteht die Chance statt Umlageverfahren ein nachhaltiges Kapitaldeckungsverfahren zu etablieren.

Das Papier ist ein guter Beitrag zur aktuellen Diskussion. Wenn Sie Ihre Chancen 2020 bei Ihrem persönlichen Risiko- und Vorsorgemanagement ausloten wollen, dann ist ein Consultant bei Hoesch & Partner genau der richtige Gesprächspartner. In einem Risiko- und Vorsorgecheck können Sie alle Themen um Krankenversicherung, Rente und Pflegeversicherung erörtern. Vereinbaren Sie einfach online oder telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen entsprechenden Termin.