24.09.2013

Kategorie(n): Allgemein

Unsere Nachbarn in den Niederlande haben etwas, das wir nicht haben: Einen König oder eine Königin – im Moment sogar beides. Und das Königspaar ist jung, schön und beliebt. Aber es gibt nicht nur Partyzeiten, sondern auch Verpflichtungen. Dazu gehört auch die jährliche Thronrede. Das ist eine Art Regierungserklärung, die von der amtierenden Regierung verfasst, aber von der Königin oder dem König vorgetragen wird.

Die erste Thronrede von König Willem-Alexander hat aus zwei Gründen besondere Beachtung gefunden. Der erste Grund ist ganz einfach: es war sein erste und da sind natürlich alle gespannt, wie er das hinbekommen würde, nachdem diese Rede gefühlte 100 Jahre lang von seiner Mutter Königin Beatrix gehalten wurde. Angesichts des Inhalts traten die formalen Fragen dann schnell in den Hintergrund, denn König Willem-Alexander konfrontierte seine Landsleute mit einer unangenehmen Wahrheit: Der niederländische Sozialstaat ist am Ende, die Bürger müssen für sich selbst sorgen.

Rumms, das ist eingeschlagen wie eine Bombe. Und um zu verdeutlichen, dass es hier nicht um ein bisschen Kosmetik geht, sondern um die ungeschminkte Wahrheit, hier ein längeres Zitat: „Aufgrund der sozialen Entwicklungen wie der Globalisierung und einer alternden Bevölkerung, sind unser Arbeitsmarkt und unsere öffentlichen Leistungen nicht mehr angemessen für die Herausforderungen der Zeit. … Der klassische Sozialstaat wandelt sich langsam aber sicher in eine Teilnahme-Gesellschaft. … Unsere Wirtschaft schwächelt und das schon seit langem. Durch die Finanz-Krise haben sich unsere wirtschaftlichen Probleme noch verschärft. Ein Teil unseres Wohlstands wird über Schulden finanziert. Nun ist es vielleicht auch an der Zeit, dass die Bürger ihre Bilanzen in Ordnung bringen.“

Die Regierung har Kürzungen bei der Rente im Gesundheitssystem und bei der Arbeitslosenhilfe beschlossen. Was das für politische Auswirkungen in den Niederlanden hat, soll hier nicht diskutiert werden. Interessant und richtig finde ich jedoch, dass eine Regierung den Mut hat – zwar durch einen Boten, aber immerhin – der Bevölkerung eines Landes die ungeschminkte Wahrheit zu sagen. Nun ist die Formulierung, dass sich „der klassische Sozialstaat langsam aber sicher in eine Teilnahme-Gesellschaft wandelt“ sicherlich ein bisschen zu blumig formuliert. Denn teilgenommen haben die Bürger hoffentlich auch seither schon. Jetzt geht es schlicht um die Tatsache, dass der Staat weniger kann und die Bürger folglich mehr leisten müssen.

In Deutschland wird diese Wahrheit im Moment nicht so deutlich ausgesprochen. Das hat verschiedene Gründe: es war Wahlkampf, unsere wirtschaftliche Situation ist im europäischen Vergleich überdurchschnittlich gut, das Thema demographischer Wandel wird schlicht verdrängt. Dennoch muss sich auch bei uns jede Bürgerin und jeder Bürger im Klaren sein, dass der Wohlfahrtsstaat er ab als zu nehmen. Und je früher wir anfangen uns darauf einzustellen desto besser. Daher meine Einladung an Sie: Nutzen Sie unser Angebot zur Renten- und Ruhestandsplanung. Dabei berücksichtigen wir auch die – wenn auch spärlichen – staatlichen Leistungen, z.B. aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder bei Erwerbsunfähigkeit. Vereinbaren Sie einfach online oder telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) einen Termin.

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